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Förderung transnationaler Forschungsprojekte zur Anwendung von Informations- und Kommunikationstechnik in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Art:
Förderprogramm
Einreichungsfrist:
Förderung durch:
BMBF
Reichweite:
Deutschland

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) engagieren sich gemeinsam in der europäischen ERA-Net Cofund Initiative on ICT-enabled Agri-Food Systems (ICT-AGRI-FOOD) im 8. Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020 der Europäischen Kommission (Project ID 86 26 65 // Call Fiche H2020-SFS-2019-1) zur Förderung des Themenkomplexes Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Das Ziel der Initiative ist es, die Forschung relevanter Akteure aus dem gesamten Agri-Food-Bereich zu fördern, um mittels Anwendung neuer digitaler Technologien Innovationen zu einer nachhaltigen und widerstandsfähigen Agrar- und Lebensmittelindustrie voranzubringen.

In den letzten Jahren wurden bereits eine Vielzahl moderner digitaler Anwendungen im Bereich Precision- und Smart Farming, Logistik, Verarbeitung, Supply Chain Management, Tracebility u. a. entwickelt. Die immensen Datenmengen, die hierfür von der Agrarproduktion bis hin zum Verbraucher erhoben werden, sollen vernetzt und effizienter nutzbar gemacht werden. Das Ziel ist es, die gesamte Agri-Food-Chain digital zu erfassen und dadurch Optimierungen und Innovationen im Hinblick auf Effizienz, Nachhaltigkeit und Widerstandsfähigkeit zu erreichen.

Die konsequente Nutzung vernetzter digitaler Informationen und der Aufbau integrierter Systeme soll in einer optimierten Wertschöpfungskette im Agri-Food-System, mit einem verbesserten Management des Environmental Impacts5, einer erhöhten Effizienz in Produktion und Logistik, verminderten Nachernteverlusten und Abfallvermeidung resultieren. Für den Verbraucher führt dies zu einer Steigerung der Transparenz in der Lebensmittelkette von der Herkunft, dem Environmental Impact, der Lebensmittelsicherheit bis zur Kenntnis von Gesundheitsauswirkungen individueller Ernährungsweisen. Diese systemische Erfassung der Agri-Food-Chain mittels digitaler Systeme wird die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle ermöglichen und soll helfen, Hemmnisse bei der Einführung digitaler Technologien abzubauen.

Im Rahmen der Ausschreibung von ICT-AGRI-FOOD soll die transnationale Zusammenarbeit durch interdisziplinäre, innovative und multinationale Verbundprojekte gefördert werden. Die Auswahl und Förderung von Verbundforschungsvorhaben erfolgt gemeinsam durch alle an ICT-AGRI-FOOD beteiligten Zuwendungsgeber. Die formale Bewilligung der einzelnen Projekte erfolgt durch die jeweiligen nationalen Zuwendungsgeber in Übereinstimmung mit nationalem Recht.

Mit der vorliegenden Förderrichtlinie zur Initiative ICT-AGRI-FOOD wird zugleich die Umsetzung der Nationalen Forschungsstrategie Bioökonomie 2030 (NFSB 2030) der Bundesregierung gefördert.

Gefördert werden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben, die im Rahmen eines Wettbewerbs ausgewählt werden. Die ausgewählten Vorhaben sollen die nationalen Aktivitäten des BMBF zur Förderung der Food and Non-Food-Biomasseproduktion und die Transformation durch die Entwicklung innovativer IKT-Lösungen flankieren und einen Beitrag zur Erreichung der förderpolitischen Zielsetzungen leisten.

Förderfähig sind Vorhaben zum Thema „Innovative IKT-Plattformen und -lösungen zur Verbesserung der Verwertbarkeit digitaler Daten aus der Agri-Food-Chain“. Das Thema beinhaltet die Entwicklung und/oder Anwendung von innovativen IKT-Plattformen und -lösungen, die einen Mehrwert für alle Akteure, u. a. auch politische und regulatorische Entscheidungsträger, entlang der Agri-Food-Chain generieren. Es können Vorhaben gefördert werden, die:

  • relevante Technologien, wie bspw. das Internet of Things, Artificial Intelligence, Big Data, Remote and Local Sensing, Distributed Ledger Technologies und Distributed Databases, im Kontext des Agri-Food-Sektors adressieren. Die Projekte können dabei auf neue Verfahren des Datenmanagements, der Datenreduktion, -kompression, -speicherung und -visualisierung und/oder ungelöste Probleme im Bereich der Datenredundanz abzielen.
  • im Bereich der Datenverarbeitung und -generierung bezüglich der Nachhaltigkeit, der Umweltbelastung, der Herkunft, der Ernährung, der Sicherheit und der Integrität, unter Berücksichtigung des Transparenzkonzepts und bestehender Zertifizierungssysteme, angesiedelt sind. Diese Projektskizzen sollten relevanten Akteuren, z. B. Land­wirten, Akteuren in der industriellen Verarbeitung, Verbrauchern, politischen und regulatorischen Entscheidungsträgern, ermöglichen, bessere Entscheidungen zu treffen, die intelligent, nachhaltig, gesund und personalisiert sind.
  • eine Optimierung der Nutzung von Ressourcen entlang der gesamten Wertschöpfungskette betrachten. Dies soll mit besonderem Hinblick auf Nebenprodukte wie Abfälle, anfallende Verluste und verbleibende Rückstände, die bei Produktion und Verarbeitung anfallen, geschehen. Die Projektskizzen sollten sich dabei auf die Nutzbarmachung von IKT-Plattformen fokussieren, die eine Verwendung von Nebenprodukten ermöglichen und die Nutzung von integrierten Anwendungen entlang der Wertschöpfungskette und deren assoziierte Prozesse erleichtern.
  • auf Ergebnissen von bereits erfolgreich beendeten Projekten aus diesem Bereich aufbauen.

Antragsberechtigt sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen, Landes- und Bundeseinrichtungen mit Forschungsaufgaben sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft in der Europäischen Union, darunter insbesondere auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung wird das Vorhandensein einer Betriebsstätte oder Niederlassung (Unternehmen) bzw. einer sonstigen Einrichtung, die der Tätigkeit des Zuwendungsempfängers dient (Hochschule, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtung), in Deutschland verlangt.

KMU im Sinne dieser Förderrichtlinie sind Unternehmen, die die Voraussetzungen der KMU-Definition der EU erfüllen (vgl. Anhang I der AGVO bzw. Empfehlung der Kommission vom 6. Mai 2003 betreffend die Definition der Kleinstunternehmen sowie der kleineren und mittleren Unternehmen.

In der ersten Verfahrensstufe sind dem ICT-AGRI-FOOD Call Office Ideenskizzen (Pre-Proposals) für das transnationale Verbundvorhaben durch den Verbundkoordinator elektronisch zu übermitteln. Die Einreichungsfrist für die Ideenskizzen ist der 3. März 2020 (13.00 Uhr CET).

Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/datenbank/foerderung/foerderung-transnationaler-forschungsprojekte-zur-anwendung-von-informations-und-kommunikationstechnik-der-landwirtschaft-und-le-2