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Richtlinie zur Förderung transnationaler Forschungsvorhaben innerhalb des ERA-Net Cofund „AquaticPollutants“

Art:
Förderprogramm
Einreichungsfrist:
Förderung durch:
BMBF
Reichweite:
Deutschland

Neuartige anthropogene Spurenstoffe kommen in vielfältigen Anwendungen zum Einsatz und werden zunehmend in limnischen und marinen Gewässern nachgewiesen. Die Erkenntnis über ihr Vorkommen ist nicht zwangsläufig auf einen steigenden Eintrag, sondern auch auf empfindlichere analytische Methoden zurückzuführen. Die Entwicklung neuer Messmethoden wird deshalb dazu führen, dass weitere Stoffe in der aquatischen Umwelt nachgewiesen werden können. Parallel dazu hat sich die Vielfalt und das Anwendungsspektrum von Spurenstoffen stark erweitert, was mit einer erhöhten Produktion dieser Stoffe einhergeht. Viele dieser Stoffe sind schlecht abbaubar und weisen ein hohes Bioakkumulationspotenzial auf, sodass sie lange in der aquatischen Umwelt verbleiben oder sich dort gegebenenfalls anreichern.

Pathogene Keime (Krankheitserreger) werden ebenfalls häufiger in limnischen und marinen Gewässern nachgewiesen. Ursachen können sowohl klimatische als auch demografische Veränderungen sein. Es wird davon ausgegangen, dass durch den Eintrag anthropogener Spurenstoffe auch die Vermehrung pathogener Keime gefördert werden kann – u. a. durch die Bildung von Resistenzen (z. B. gegenüber Antibiotika).

Der Kenntnisstand über die Wechselwirkungen zwischen anthropogenen Spurenstoffen und Krankheitserregern in limnischen und marinen Gewässern, deren Einfluss auf aquatische Lebensgemeinschaften sowie den daraus resultierenden Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit sind bisher nur unzureichend erforscht. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beabsichtigt daher, im Rahmen der relevanten Forschungsprogramme die Erforschung der Verbreitung neuartiger Spurenstoffe sowie Krankheitserreger und deren Auswirkungen auf die aquatischen Lebensgemeinschaften und die menschliche Gesundheit sowie die Entwicklung entsprechender Vermeidungs- und Risikomanagementstrategien zu fördern.

Die vorliegende Bekanntmachung erfolgt im Rahmen des ERA-Net Cofund AquaticPollutants „Risk posed to human health and the environment by pollutants and pathogens present in water resources“ (ERA-Net Cofund AquaticPollutants gefördert durch das EU Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020). Die gemeinsame englische Bekanntmachung von 26 Ländern ist auf der Internetseite https://aquaticpollutants.ptj.de (Themenschwerpunkte 1 bis 3) sowie https://aquaticpollutants-transfer.ptj.de (Themenschwerpunkt 4 – Transferprojekt) veröffentlicht. Diese Richtlinie formuliert die speziellen Förderbedingungen für deutsche Partner innerhalb der transnationalen Ausschreibung des ERA Net Cofund.

In limnischen und marinen Ökosystemen ist das Auftreten von neuen, anthropogenen Spurenstoffen sowie Krankheitserregern und antimikrobiell resistenten Bakterien zu beobachten. Die Auswirkungen dieser Kontaminanten im Einzelnen und in ihrer Wechselwirkung auf die aquatischen Ökosysteme und die menschliche Gesundheit sind nur unzureichend erforscht. Die Förderung innerhalb des ERA-Net Cofund hat daher zum Ziel:

  • ein integriertes Risikomanagement zu etablieren, das neu auftretende Spurenstoffe, Krankheitserreger und antimikrobiell resistente Bakterien von der Quelle bis zur Senke zusammenfasst,
  • die Ausbreitung von neu auftretenden Spurenstoffen, Krankheitserregern und antimikrobiell resistenten Bakterien aus verschiedensten Quellen (z. B. städtische Gebiete, Landwirtschaft) zu analysieren, die zu Auswirkungen und Risiken auf aquatische Ökosysteme und die menschliche Gesundheit führen,
  • die Veränderung der neu auftretenden Spurenstoffe und Krankheitserreger beim Eintritt in die verschiedenen aquatischen Ökosysteme und bei der Anreicherung in der Nahrungskette zu beschreiben,
  • die Technologien (einschließlich digitaler Technologien) zur Reduzierung von neu auftretenden Spurenstoffen und Krankheitserregern an den Quellen und Senken zu verbessern,
  • innovative Methoden und Instrumente zu entwickeln/integrieren, die den politischen Entscheidungsträgern ermöglichen, wirksame Strategien und effiziente Vorschriften aufzusetzen.

Vor diesem Hintergrund werden Projekte gefördert, die einen interdisziplinären, transnationalen Ansatz verfolgen und inhaltlich einen der nachfolgend genannten Schwerpunkte adressieren:

Schwerpunkt 1 − Umweltverhalten von neu auftretenden Spurenstoffen, Krankheitserregern und antimikrobiell resistenten Bakterien in aquatischen Ökosystemen („Messung“)

Schwerpunkt 2 − Risikobewertung und Management von neu auftretenden Spurenstoffen, Krankheitserregern und antimikrobiell resistenten Bakterien in aquatischen Ökosystemen für die menschliche Gesundheit sowie die Umwelt („Evaluierung“)

Schwerpunkt 3 − Strategien zur Reduzierung neu auftretender Spurenstoffe, Krankheitserreger und antimikrobiell resistenter Bakterien in aquatischen Ökosystemen („Maßnahmen ergreifen“)

Nicht förderfähig sind Verbundprojekte zum Thema Auswirkungen von Mikroplastik in der aquatischen Umwelt, da diese Fragstellungen von dem nationalen Forschungsschwerpunkt „Plastik in der Umwelt“ sowie dem JPI Oceans Calls zu Mikroplastik gefördert werden.

Schwerpunkt 4 – Wissenschaftliches Netzwerk- und Transfer-Projekt („Transfer und Verwertung“)

Das Transferprojekt soll die wissenschaftlichen Projekte (Schwerpunkte 1 bis 3) themenübergreifend vernetzen und sich mit anderen geförderten Aktivitäten der Joint Programming-Initiativen Water, AMR and Oceans oder nationalen Forschungsprogrammen verbinden. Dabei soll die Übertragbarkeit von Forschungsergebnissen in die Praxis untersucht, Synergien zwischen den Projekten entwickelt und die Umsetzung durch die Politik unterstützt werden.

Das Transferprojekt soll folgende Schwerpunkte bearbeiten:

1. wissenschaftliche, methodische und vernetzende Arbeiten,

2. Unterstützung von Transfer, Kommunikation und Verbreitung von Ergebnissen.

Das Transferprojekt soll dazu beitragen, die Verbreitungs- und Transferaktivitäten der wissenschaftlichen Projekte insgesamt zu verbessern. Dies umfasst insbesondere Netzwerkaufgaben (z. B. Dialog- und Beratungsprozesse), Kommunikationsdienste und Unterstützung des Wissenstransfers. Die dafür relevanten Querschnittsthemen werden kurz nach Beginn der wissenschaftlichen Projekte anhand der Relevanz für die Praxis, die Industrie, die Politik und die breite Öffentlichkeit ermittelt.

Antragsberechtigt sind Hochschulen und außerhochschulische Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft. Zum Zeitpunkt der Auszahlung einer gewährten Zuwendung wird das Vorhandensein einer Betriebsstätte oder Niederlassung (Unternehmen) bzw. einer sonstigen Einrichtung in Deutschland, die der Tätigkeit des Zuwendungsempfängers dient (Hochschule, Forschungseinrichtung), verlangt.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Sinne dieser Förderrichtlinie sind Unternehmen, die die Voraussetzungen der KMU-Definition der EU erfüllen.

Zu Beginn des Verfahrens sind dem AquaticPollutants Call Sekretariat Ideenskizzen (Pre-Proposals) für transnationale Verbundvorhaben der Themenschwerpunkte 1 bis 4 durch den Verbundkoordinator elektronisch bis zum 16. April 2020, 17.00 Uhr MESZ zu übermitteln.

Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/datenbank/foerderung/richtlinie-zur-foerderung-transnationaler-forschungsvorhaben-innerhalb-des-era-net-cofund-aquaticpollutants