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Konzept "Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel" – Modul II (Thematische Förderung)

Art
Förderprogramm
Einreichungsfrist
Förderung durch
BMBF
Reichweite
EU

Zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart gehören die Sicherung der globalen Ernährung, eine nachhaltige Rohstoff- und Energieversorgung, der Schutz von Klima und Umwelt und der Erhalt der biologischen Vielfalt. Als Beitrag zur Bewältigung dieser Herausforderungen verfolgt die Bundesregierung mit der "Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030" (NFSB) und der "Nationalen Politikstrategie Bioökonomie" das Ziel, eine nachhaltige, biobasierte und an natürlichen Stoffkreisläufen orientierte Wirtschaftsform zu etablieren. Damit soll international Verantwortung übernommen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands gestärkt werden. Die Bioökonomie kann – nicht zuletzt durch ihre globale Ausrichtung – einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit leisten.

Ein beträchtlicher Teil der ökonomischen Leistungsfähigkeit heutiger Industriegesellschaften beruht auf der Nutzung endlicher Ressourcen. Die Bioökonomie nutzt hingegen biologisches Wissen und erneuerbare biologische Ressourcen in allen wirtschaftlichen Sektoren, Anwendungs- und Technologiebereichen, um zu effizienten und nachhaltigen Lösungen zu gelangen. Wird die Transformation hin zu einer biobasierten Wirtschafts- und Lebensweise forciert, gehen damit zahlreiche Veränderungsprozesse einher, die weitreichende Konsequenzen haben und neben den sich eröffnenden Chancen auch Konfliktpotenziale bergen. Damit der Übergang zu einer Bioökonomie gelingt, bedarf es daher weit mehr als allein technologischer Innovationen. Es müssen Veränderungen auf gesellschaftlicher, politischer und wirtschaftlicher Ebene verstanden und gestaltet werden.

Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Jahr 2014 unter dem Titel "Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel" ein Konzept zur Förderung sozial-, politik- und wirtschaftswissenschaftlicher Forschung im Rahmen der NFSB veröffentlicht.

Das Konzept "Bioökonomie als gesellschaftlicher Wandel" umfasst vier Module sowie die Förderung des öffentlichen Dialogs. Die vorliegende Bekanntmachung ist die zweite Runde in Modul II zur thematischen Förderung von Einzel- oder Verbundprojekten.

Gefördert werden Forschungsvorhaben, die sich den oben beschriebenen Herausforderungen widmen und damit zusammenhängende Lösungsansätze entwickeln. Die Struktur eines Vorhabens sollte dabei den Anforderungen des jeweiligen Forschungsthemas entsprechen und auf bestmögliche Ergebnisse ausgerichtet sein. Das gilt sowohl für die Zusammensetzung der Forschungsteams als auch für die Projektdauer. Abhängig von Thema, Fragestellung und Methodik ist es möglich, Einzel- oder Verbundprojekte zu beantragen. Diese können sich aus Forscherinnen und Forschern der Politik-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, der Kultur- und Geisteswissenschaften zusammensetzen, aber auch relevante natur- und technikwissenschaftliche Expertise einbeziehen. Die Laufzeit der Förderung beträgt in der Regel bis zu drei Jahre.

Antragsberechtigt sind staatliche und nicht staatliche Hochschulen und außeruniversitäre Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen sowie Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft (insbesondere kleine und mittlere Unternehmen – KMU) in der Europäischen Union. Sofern die Zuwendung nicht als Beihilfe zu qualifizieren ist, muss der Zuwendungsempfänger seinen Sitz in Deutschland haben. Sofern die Zuwendung als Beihilfe zu qualifizieren ist, wird verlangt, dass der Zuwendungsempfänger zum Zeitpunkt der Auszahlung der Zuwendung eine Betriebsstätte oder Niederlassung in Deutschland hat.

Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt.

In der ersten Verfahrensstufe sind dem Projektträger Jülich zunächst Projektskizzen in elektronischer Form auf 15 bis höchstens 20 Seiten in deutscher oder in englischer Sprache vorzulegen. Einreichungsfrist ist der 13. Juni 2018.

Glossar

  • Transformation ist die natürliche Fähigkeit mancher Bakterienarten, freie DNA aus der Umgebung durch ihre Zellwand hindurch aufzunehmen. In der Gentechnik wird die Transformation häufig dazu benutzt, um rekombinante Plasmide, z. B. in E. coli, einzuschleusen. Hierbei handelt es sich um eine modifizierte Form der natürlichen Transformation.
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung
Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/de/datenbank/foerderung/konzept-biooekonomie-als-gesellschaftlicher-wandel/