Powered by

Rückblick: Auftakttreffen der Special Interest Group (SIG) Marketing, Kommunikation, Ökobilanz, Nachhaltigkeit

Fachleute der Special Interest Group (SIG) trafen sich am 15. Juni 2016 in Stuttgart um über Themen wie Kommunikation und Nachhaltigkeit zu diskutieren. Die Veranstaltung zeigte die Komplexität von Ökobilanzen und dass es noch einige Hürden zu überwinden gibt, bis biobasierte Produkte einen ähnlich guten Absatz finden wie die erdölbasierten Vertreter.

Die Veranstaltung der SIG Marketing, Kommunikation, Ökobilanz und Nachhaltigkeit fand im Geno-Haus in Stuttgart statt. Rund 20 Vertreter aus Industrie und Politik trafen sich, um das Thema näher zu beleuchten und zu diskutieren. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Ralf Kindervater, dem Geschäftsführer der BIOPRO Baden-Württemberg. Kindervater stellte dar, dass eine erfolgreiche Bioökonomie nicht ohne funktionierende Stoffkreisläufe auskommt, die vor allem in der Abfallwirtschaft eine wesentliche Rolle spielen. Anhand der erfolgreichen Kommunikationskampagne BioFabNet (Biobased Fabrication Network) der BIOPRO erläuterte er, mit welchen Mitteln eine breite Öffentlichkeit angesprochen werden kann. In dem Projekt, das bis Ende 2015 lief, wurden biobasierte Kunststoffe für den 3D-Druck entwickelt und mit Hilfe öffentlicher Materialtests optimiert.

Ökobilanzen – Stärken und Schwächen

Dr. Guido Reinhardt vom IFEU Heidelberg stellt Stärken und Schwächen von Ökobilanzen dar. © BIOPRO

Dr. Guido Reinhardt vom IFEU Heidelberg legte im ersten Impulsvortrag Stärken und Schwächen von Ökobilanzen dar. Zur Ökobilanz sollten Nachhaltigkeitsuntersuchungen berücksichtigt werden, um die Umweltverträglichkeit zu bestimmen. Des Weiteren stehe die Transparenz einer Ökobilanz im Vordergrund. Es sollte klar nachvollziehbar sein, wie die einzelnen Werte zustande gekommen sind. Außerdem können sich die Ökobilanzen ähnlicher Produkte stark unterscheiden und sind nicht ohne erneute Berechnung übertragbar. Nach Reinhardt beinhaltet eine vollständige Nachhaltigkeitsuntersuchung viele unterschiedliche Analysen und Aspekte. Eine Ökobilanz könne immer nur einen Teilbereich der Umweltverträglichkeit wiedergeben.

Nachhaltigkeit durch PLA

Alfred Kugler stellt die Mosca GmbH vor. © BIOPRO

Auch die Mosca GmbH, die Umreifungsbänder herstellt, unternimmt etwas in Sachen Nachhaltigkeit und hat bereits ein Produkt aus Polymilchsäure (PLA) auf den Markt gebracht. Biobasierte Kunststoffe aus PLA werden aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen, wodurch auf fossile Rohstoffe verzichtet werden kann. Die Umreifungsbänder sind komplett biobasiert und zu 100 Prozent kompostierbar. Die Kompostierbarkeit ist gerade hier besonders sinnvoll, da es sich bei den Bändern um Wegwerfprodukte handelt. „Da der Preis eines solchen PLA-Bands jedoch in etwa drei Mal so hoch ist wie der eines herkömmlichen Bands aus Polypropylen (PP) oder PET konnte sich das PLA-Produkt am Markt bisher nicht durchsetzen“, sagte Alfred Kugler von der Mosca GmbH im zweiten Impulsvortrag. Bei den PLA-Bändern geht es in erster Linie um die Nachhaltigkeit und nicht um deren Funktionalität. Weil Umreifungsbänder Wegwerfprodukte sind, zielt das Marketing hauptsächlich auf Firmen ab, die mit den PLA-Bändern ihre Nachhaltigkeit verbessern wollen.

Die Veranstaltung zeigte, dass es noch einige Hürden zu überwinden gibt, bis biobasierte Produkte einen ähnlich guten Absatz finden wie die herkömmlichen, erdölbasierten Vertreter.

  • Interessierte Zuhörer der SIG Marketing, Kommunikation, Ökobilanz, Nachhaltigkeit. © BIOPRO
  • Intensiver Austausch der Teilnehmer während der Kaffepause. © BIOPRO
  • Präsentation der Ergebnisse durch Christoph Bächtle von der BIOPRO Baden-Württemberg. © BIOPRO

Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/de/fachbeitrag/aktuell/auftakttreffen-der-special-interest-group-sig-marketing-kommunikation-oekobilanz-nachhaltigkeit/