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"bio-materials design challenge"

Mit der „bio-materials design challenge“ in den Jahren 2011 und 2012 hat sich der Cluster Biopolymere/Biokunststoffe zum Ziel gesetzt, Akteure verschiedener Wertschöpfungsketten zu vernetzen, über biobasierte Werkstoffe zu informieren und Projektideen anzustoßen. Im ersten Jahr stand die Automobil-, im darauffolgenden Jahr die Textilindustrie im Fokus.

Während des abdc Kick-off-Meetings © BIOPRO

Die auf ein Jahr angelegte „automotive bioplastics design challenge (abdc)“ richtete sich an Biokunststoffproduzenten und Automobilhersteller, deren Zulieferer sowie Entwicklungs- und Designbüros aus dem Automobilsektor. Die Grundidee der abdc war es, im Zeitraum eines Jahres kommerziell verfügbare und in Entwicklung befindliche Biokunststoffe unter Designgesichtspunkten für ihre Eignung im Automobilbau zu evaluieren und weiterzuentwickeln.

Die Ergebnisse wurden im Rahmen des „Automobilsommer 2011“ im Juni 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Challenge bot Entwicklern und Designern aus dem Automobilsektor die Möglichkeit, verschiedene Biomaterialien prototypisch zu testen und den Biokunststoffentwicklern durch ihr Feedback wertvolle Informationen über die zu erwartende Marktakzeptanz und unerschlossene Optimierungspotenziale der Biomaterialien zu liefern.

Zentraler Teil der „automotive bioplastics design challenge“ war die Entwicklung einer Biomaterial-Datenbank. Anwender können sich hier einen Überblick über marktfähige oder in der Entwicklung befindliche Materialien verschaffen. Unabhängig von ökonomischen Rahmenbedingungen, nur anhand technischer und designbezogener Entscheidungskriterien ist es den Anwendern möglich, Materialien für einzelne Bauteile oder Bauteilgruppen auszuwählen, entsprechende Prototypen herzustellen und das jeweilige Material unter Serienproduktanforderungen zu testen.

Die Relevanz biobasierter Kunststoffe im Bereich Automobil war auch zentrales Thema auf dem Gemeinschaftsstand "Schaufenster Bioökonomie" auf der Hannover Messe 2013. Dort zeigte der Cluster Biopolymere/Biowerkstoffe ein Serienbauteil sowie Prototypen für einzelne Bauteile oder Bauteilgruppen aus den jeweils bestgeeignetsten Biomaterialien.

Nachhaltige Textilprodukte entwickeln

Die „textile bio-materials design challenge (tbdc)“ war im Dezember 2011 gestartet. Ziel der Challenge war, nachhaltige Textilprodukte zu entwickeln sowie biobasierte Materialien an neue Einsatzgebiete anzupassen. Dafür bot die Challenge den Teilnehmern über den Zeitraum eines Jahres eine Plattform zur Kooperation und zum Wissensaustausch. Die Interaktion vieler Akteure entlang der Wertschöpfungskette sollte eine frühzeitige Prüfung des Leistungsprofils der biobasierten Materialien für den Textilmarkt ermöglichen.

Teilnehmer eines tbdc-Workshops im Gespräch © BIOPRO

Der direkte Kontakt zu potenziellen Partnern wurde durch zwei Partnering-Workshops sowie eine ganzjährig betreute Online-Partnering-Plattform unterstützt. Die Teilnehmer hatten die Gelegenheit, von theoretischem Wissen und praktischen Erfahrungen der anderen Teilnehmer zu profitieren. Zugang zu bereits bestehenden Netzwerken, aber auch neuen Materialdatenbanken ebneten zudem den Weg zu neuen Kooperationen.

Glossar

  • Plastizität ist die Eigenschaft von Organismen, ihre Merkmalsausprägungen unter Einfluss von Umweltfaktoren zu verändern. Unter neuronaler Plastizität versteht man die Eigenschaft von Nervenzellen, sich in Abhängigkeit von ihrer Aktivität in ihren Antworteigenschaften zu verändern. Meist wird dabei die Stärke der synaptischen Übertragung beeinflusst (synaptische Plastizität). Die neuronale bzw. synaptische Plastizität wird als grundlegender Mechanismus für Lernvorgänge und Bildung von Erinnerungen angesehen.
  • Als Target (engl.:Ziel) werden Biomoleküle bezeichnet, an die Wirkstoffe binden können. Targets können Rezeptoren, Enzyme oder Ionenkanäle sein. Die Interaktion zwischen Wirkstoff und Target löst eine Wirkstoff-Target-spezifische Reaktion aus. Die Identifikation eines Targets ist für die biomedizinische und pharmazeutische Forschung von großer Bedeutung. Erkenntnisse über spezifische Wechselwirkungen helfen grundlegende molekularbiologische Vorgänge zu verstehen und neue Angriffpunkte für Arzneimittel zu identifizieren.
  • In einem Cluster arbeiten Unternehmen – die auch miteinander in Wettbewerb stehen können – mit weiteren Partnern aus Forschung, Wissenschaft und Verbänden in einem Wirtschaftsraum zielbezogen zusammen, um gemeinsam einen höheren Gesamtnutzen zu erzielen. Die Kombination von inhaltlicher und räumlicher Nähe der verschiedenen Akteure entlang der Wertschöpfungskette eröffnet die Möglichkeit, Innovationsprozesse zu implementieren.
Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/de/fachbeitrag/aktuell/bio-materials-design-challenge/