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Bodo Philipp - Entdeckung allgemeiner Prinzipien der bakteriellen Interaktion

Hinsichtlich Kommunikation gibt es zwischen Menschen und Bakterien wenig Parallelen. Während Menschen vornehmlich akustisch und visuell kommunizieren, findet die Verständigung bei Bakterien nach bisherigen Erkenntnissen nur chemisch über diffusible Signalstoffe und direkte Zell-Zell-Kontakte statt. Dr. Bodo Philipp untersucht an der Universität Konstanz ökologisch relevante Aktivitäten von Bakterien wie zum Beispiel Zell-Zell-Interaktionen. Mit den Erkenntnissen könnten unter anderem Ansammlungen von Bakterien in hygienischen Bereichen beseitigt werden, wodurch sich lebensbedrohliche bakterielle Infektionskrankheiten vermeiden lassen könnten. Als Modellorganismus für seine Forschung dient Dr. Bodo Philipp der gefürchtete Krankheitserreger Pseudomonas aeruginosa.

Dr. Bodo Philipp © privat

Traditionell werden Bakterien in der Forschung eher als unabhängige Einzelzellen betrachtet. Seit einigen Jahren beschäftigen sich Mikrobiologen jedoch stärker mit ihren Interaktionen, die noch weitgehend unerforscht sind, da Untersuchungen zur Physiologie von Bakterien traditionell fast ausschließlich an Reinkulturen vorgenommen wurden. In der jüngsten Vergangenheit wurden Tausende von bakteriellen Genomen entziffert, wobei eine große Zahl von Genen (etwa 30-50%) für Proteine unbekannter Funktion codieren. Da Bakterien an ihren natürlichen Standorten aber nicht in Reinkultur leben, ist es sehr wahrscheinlich, dass viele dieser unbekannten Gene eine Funktion für das Leben in bakteriellen Gemeinschaften haben. Mithilfe verschiedener physiologisch-biochemischer Analysen zu Zell-Zell-Interaktionen versucht Dr. Bodo Philipp, solchen Genen Funktionen zuzuordnen und dabei den Kommunikationsmechanismen der Bakterien auf den Grund zu gehen.

„Was die praktische Anwendung angeht, könnten unsere Ergebnisse zum Verständnis beitragen, Kontaminationen von Bakterien in hygienischen Bereichen, wie z.B. Kliniken, Großküchen, Lebensmittelindustrie effektiver zu bekämpfen“, beschreibt der Konstanzer Mikrobiologe die angestrebten Ziele. Neue Perspektiven eröffne ihm zufolge die Grundlagenforschung auch „für die weiße Biotechnologie“, indem man sich bakterielle Zell-Zell-Interaktionen für die Produktion nützlicher Metabolite (z.B. Nahrungsmittelzusätze, Pharmazeutika) oder für die Beseitigung umweltgefährlicher Substanzen (z.B. Altmedikamente) zunutze macht.

Vielseitiger Krankenhauskeim im Visier

Strukturierte Kolonien von Pseudomonas aeruginosa auf einer Agarplatte mit dem Tensid SDS © Dr. Janosch Klebensberger

Für die Erforschung zellulärer und chemischer Interaktionen von Bakterien dient dem Konstanzer Wissenschaftler und seiner Arbeitsgruppe neben Krankheitserregern der Gattung Aeromonas oder Cytophaga/Flavobacterium insbesondere das Bakterium Pseudomonas aeruginosa als Modell. „Dieses Bakterium ist, von seiner Zugänglichkeit für gentechnische Eingriffe abgesehen, außerordentlich anpassungsfähig und kann sich in vielen Lebensräumen etablieren, indem es sich die unterschiedlichsten Nährstoffquellen erschließt und sich vor Schäden durch toxische Verbindungen (z.B. Antibiotika, Desinfektionsmittel) oder Fressfeinde (z.B. Amöben) schützt“, begründet der Konstanzer Forscher die Wahl. Diese Vielseitigkeit beruht sehr stark auf Zell-Zell-Interaktionen wie Aggregation bzw. Biofilmbildung sowie chemischer Kommunikation und macht das Bakterium zu einem Problemkeim in vielen Bereichen, z.B. als opportunistisch pathogenes Bakterium in Kliniken oder als Kontaminante von Trink- und Badewasser. „Besonders gefährlich ist P. aeruginosa auch für Patienten mit Mukoviszidose, die oft einer Lungeninfektion durch dieses Bakterium erliegen“, so Dr. Bodo Philipp. Auch Kontaktlinsenträger können leicht Hornhautinfektionen durch P. aeruginosa erleiden, denn das Bakterium überlebt die Kontaktlinsenreinigungsmittel, ernährt sich davon und bildet dann Biofilme auf der Kontaktlinse, die man sich dann direkt in das Auge platziert.

Bakterien werden in Stress versetzt

Am Anfang der Untersuchungen stellten Dr. Bodo Philipp und sein Team die Hypothese auf, dass Bakterien Zellaggregate bilden, wenn sie toxische Substanzen als Nährstoffquellen nutzen möchten. Bei der Nutzung toxischer Substanzen wie z.B. Tensiden oder Lösungsmitteln als Nährstoffe müssen sich Bakterien diesen Verbindungen zwangsläufig aussetzen. „Die Vermutung war, dass die Bildung von Aggregaten den Bakterien einen Schutz bieten könnte, um zu große Zellschäden zu vermeiden“, erklärt der Mikrobiologe. Um die Interaktion von P. aeruginosa mit giftigen Substanzen zu analysieren, hatte die Forschergruppe um Dr. Bodo Philipp das Tensid Natriumdodecylsulfat (SDS), eine toxische Verbindung, die Bakterien z.B. in der Kläranlage abbauen, als Modellsubstanz gewählt. Tatsächlich bildete P. aeruginosa bei Wachstum auf SDS, welches ein typischer Bestandteil von Hygieneprodukten wie Zahncreme oder Shampoo ist, große Zellaggregate. Es zeigte sich, dass bei Hemmung des Energiestoffwechsels von P. aeruginosa das SDS zur vollständigen Auflösung von frei lebenden Einzelzellen führte.

„Befinden sich die Zellen jedoch in einem Aggregat, so sind sie mehr als 1.000-fach resistent gegenüber SDS“, stellt Dr. Bodo Philipp fest. Bezüglich der Bildung der Aggregate konnten er und sein Team aus genetischen Studien ableiten, dass das SDS bei den Zellen einen relativ milden Stress verursacht, der über spezifische Signalproteine registriert wird. „Diese Signalproteine sorgen für eine verstärkte Bildung von extrazellulären polymeren Substanzen (EPS), welche die Einzelzellen klebrig machen und zur Aggregation führen“, so Dr. Bodo Philipp. Unter diesen Klebstoffen fanden die Konstanzer Wissenschaftler Polysaccharide, DNA und ein Oberflächenprotein. Und sie konnten zeigen, dass die Signalkaskade über das bei Bakterien verbreitete, intrazelluläre Signalmolekül di-Guanosinmonophosphat (c-di-GMP) verläuft.

Zellaggregation als Überlebensstrategie

Erforschen bakterielle Kommunikation an der Uni Konstanz: Dr. Bodo Philipp mit Doktorandin Nina Jagmann im mikrobiologischen Labor. © Dr. Bodo Philipp

„Die nachgewiesene, durch SDS hervorgerufene Zellaggregation haben wir als präadaptive Überlebensstrategie charakterisiert. Denn diese Taktik bedeutet, dass ein Teil der Zellen in einer Population bereits dann aggregiert, wenn sie einen relativ milden Stress erfahren“, sagt der Mikrobiologe der Uni Konstanz. So ist gewährleistet, dass ein gewisser Anteil der Population eine erhöhte Überlebenschance hat, wenn die Bedingungen noch schlechter werden, indem z.B. die Konzentration des toxischen Stoffes ansteigt oder ein weiterer toxischer Stoff hinzukommt. „Beim Wachstum mit SDS allein erwies sich die Aggregation als nicht notwendig und wir beobachteten, dass sich bei längerer Kultivierung im Labor spontane Mutanten anreicherten, die die SDS-induzierte Aggregation verloren hatten“, berichtet Dr. Bodo Philipp. Dadurch konnte ein Fall rekonstruiert werden, wie Bakterien bei längerer Laborkultivierung durch eine Mutation domestiziert werden und quasi „verweichlichen“.

Konkurrenzsituationen setzen Kommunikationsprozesse in Gang

In einem anderen Projekt haben der Konstanzer Bakterien-Forscher und sein Team die Konkurrenz von Wasserbakterien, nämlich Aeromonas-Stämmen und Cytophaga/ Flavobacterium-Stämmen um polymere Substrate untersucht. Dabei wurde erforscht, wie Bakterien unterschiedlicher Art interagieren, wenn sie sich Nährstoffpartikel, z.B. abgestorbene Mikroalgen oder Chitinpanzer von Krebstieren, erschließen. Diese Experimente wurden unter sehr naturnahen Bedingungen durchgeführt. Als Medium verwendeten Dr. Bodo Philipp sterilfiltriertes Bodenseewasser. „Von Aeromonas war bekannt, dass ein bestimmtes Kommunikationssystem, das AHL-abhängige Quorum sensing, für die Biofilmbildung und für die Bildung extrazellulärer Enzyme wichtig ist. Unsere Hypothese war dementsprechend, dass AHL-abhängiges Quorum sensing für Aeromonas essenziell für das Wachstum mit polymeren Substraten sein sollte“. Die verschiedenen Versuche zeigten jedoch, dass dies nicht der Fall war. Die neue Hypothese der Forscher lautet, dass unter natürlichen, d.h. in der Regel sehr nährstoffbegrenzten Bedingungen, andere noch unbekannte Kommunikationsmechanismen genutzt werden, um polymere Substrate abzubauen.

Was den Ablauf der Analysen angeht, haben Bodo Philipp und sein Team eine klare Vorgehensweise entwickelt. „In der Regel untersuchen wir bestimmte Zell-Zell-Interaktionen, wie z.B. die SDS-induzierte Aggregation oder die Biofilmbildung beim Abbau von abgestorbenen Algen im Labor zunächst physiologisch und biochemisch. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen erzeugen wir dann Mutanten, die diese Interaktion nicht mehr aufweisen und nutzen diese aus, um die Gene zu identifizieren, die spezifisch an den Interaktionen beteiligt sind“, so der Arbeitsgruppenleiter. Neben vielen klassischen mikrobiologischen und chemisch-analytischen Techniken (z.B. HPLC) sowie molekularbiologisch-genetischen Techniken (PCR, DNA-Chips) kommen insbesondere die Fluoreszenzmikroskopie und die konfokale Laser-Scanning-Mikroskopie zum Einsatz, mit deren Hilfe Strukturen von Aggregaten und Biofilmen erfasst werden.

Zusammenarbeit mit der Wirtschaft könnte potenzielle Produkte hervorbringen

Für die Zukunft erhofft sich der Konstanzer Biologe Kooperationen mit Industriepartnern, insbesondere mit Unternehmen aus der weißen Biotechnologie-Branche. „Man könnte gemeinsam untersuchen, ob die Induktion von Zellaggregation für manche Fermentationsprozesse günstig ist, oder ob Zell-Zell-Interaktionen zwischen unterschiedlichen Bakterien für mehrstufige Fermentationsprozesse genutzt werden könnten“, so Dr. Bodo Philipp. Viele Möglichkeiten sieht der Forscher in der Zusammenarbeit mit Herstellern von flüssigen Hygieneartikeln, um den Bewuchs derartiger Produkte zu analysieren und zu vermeiden.

Kooperationen mit der Wirtschaft könnte sich Dr. Bodo Philipp zudem auf seinem zweiten Forschungsgebiet, der Aufklärung von Stoffwechselwegen für den Abbau stabiler organischer Verbindungen, wie z.B. Steroiden und Aromaten, vorstellen. In der Vergangenheit hatte das Forscherteam bereits in einem Projekt zur Vorhersagbarkeit der biologischen Abbaubarkeit von organischen Verbindungen mit der BASF AG zusammengearbeitet. „Insgesamt ist in unserer Gruppe Expertise, Bereitschaft und Flexibilität vorhanden, um mit Industriepartnern zu kooperieren, die in ein Projekt der Grundlagenforschung investieren würden. Willkommen wäre z.B. die Bereitstellung von Mitteln für kostspielige Analysen (u.a. DNA-Chips) oder die Finanzierung einer Doktorandenstelle“, erklärt der Mikrobiologe.

Neben der Kontaktaufnahme zur Wirtschaft steht in der kommenden Zeit die weitere Forschungsarbeit im Mittelpunkt. „Wir möchten uns auf die Entdeckung von allgemeinen Prinzipien bakterieller Interaktionen wie die Freund/Feind-Erkennung sowie auf die Verknüpfung von Stoffwechselphysiologie mit Zell-Zell-Interaktionen konzentrieren." Zu den weiteren Aufgaben von Dr. Bodo Philipp und seiner Arbeitsgruppe gehören Untersuchungen zur Aufklärung neuer Stoffwechselwege, z.B. für Micropollutants (z.B. Medikamente, Weichmacher), die in der Kläranlage schlecht abgebaut werden und dadurch in der Umwelt akkumulieren.

Zur Person:

Bodo Philipp studierte an der Universität Osnabrück Biologie mit den Schwerpunkten Mikrobiologie, Genetik, Biophysik und Ornithologie. Nach dem Diplom am Institut für Biotechnologie des Forschungszentrums Jülich und der anschließenden Promotion 1999 zum Abbau phenolischer Verbindungen durch anaerobe Bakterien an der Universität Konstanz folgte dort eine einjährige Postdoktorandenzeit, in der sich Bodo Philipp in Kooperation mit der BASF AG und Computerwissenschaftlern mit der Vorhersage der biologischen Abbaubarkeit beschäftigte. Im Jahre 2000 wechselte er an die Universität Nottingham und begann dort mit Untersuchungen zur bakteriellen Kommunikation, bevor er 2001 an die Universität Konstanz zurückkehrte. Seit 2008 ist Bodo Philipp für Mikrobiologie und Mikrobielle Ökologie habilitiert.

Glossar

  • Ein Antibiotikum ist ein Stoffwechselprodukt von Mikroorganismen (Bakterien, Pilze), das in geringen Konzentrationen andere Mikroorganismen in ihrem Wachstum hemmt.
  • Bakterien sind mikroskopisch kleine, einzellige Lebewesen, die zu den Prokaryoten gehören.
  • Biotechnologie ist die Lehre aller Verfahren, die lebende Zellen oder Enzyme zur Stoffumwandlung und Stoffproduktion nutzen.
  • Desoxyribonukleinsäure (DNS / DNA) trägt die genetische Information. In den Chromosomen liegt sie als hochkondensiertes, fadenförmiges Molekül vor.
  • Enzyme sind Katalysatoren in der lebenden Zelle. Sie ermöglichen den Ablauf der chemischen Reaktionen des Stoffwechsels bei Körpertemperatur.
  • Ein Gen ist ein Teil der Erbinformation, der für die Ausprägung eines Merkmals verantwortlich ist. Es handelt sich hierbei um einen Abschnitt auf der DNA, der die genetische Information zur Synthese eines Proteins oder einer funktionellen RNA (z. B. tRNA) enthält.
  • Das Genom ist die gesamte Erbsubstanz eines Organismus. Jede Zelle eines Organismus verfügt in Ihrem Zellkern über die komplette Erbinformation.
  • Gentechnik ist ein Sammelbegriff für verschiedene molekularbiologische Techniken. Sie ermöglicht, DNA-Stücke unterschiedlicher Herkunft neu zu kombinieren, in geeigneten Wirtszellen zu vermehren und zu exprimieren.
  • Mit dem Begriff Mutation wird jede Veränderung des Erbguts bezeichnet (z. B. Austausch einer Base; Umstellung einzelner DNA-Abschnitte, Einfügung zusätzlicher Basen, Verlust von Basen oder ganzen DNA-Abschnitten). Mutationen kommen ständig in der Natur vor (z. B. ausgelöst durch UV-Strahlen, natürliche Radioaktivität) und sind die Grundlage der Evolution.
  • Die PCR oder Polymerase-Kettenreaktion ist eine molekularbiologische Methode, mit der kurze DNA-Abschnitte auf einfache Weise vervielfältigt werden. Man benötigt dazu lediglich die DNA-Vorlage, ein Enzym namens DNA-Polymerase, das die Vervielfältigung katalysiert, Ansatzstücke für die Polymerase, die sog. Primer, und die DNA-Bausteine, die sog. Desoxynukleosidtriphosphate. Gesteuert wird die Vervielfältigung über mehrere Zyklen von Temperaturerhöhungen und -senkungen.
  • Proteine (oder auch Eiweiße) sind hochmolekulare Verbindung aus Aminosäuren. Sie übernehmen vielfältige Funktionen in der Zelle und stellen mehr als 50 % der organischen Masse.
  • Ein DNA-Chip besteht aus einer modifizierten Glasoberfläche von ungefähr 2x2 cm mit einer mikroskopisch kleinen Anordnung kurzer DNA Sequenzen. Damit lassen sich tausende Gene in einem einzelnen Experiment analysieren.
  • Fermentiation ist die Bezeichnung für die Umsetzung von biologischen Materialien mit Hilfe von Mikroorganismen oder durch Zusatz von Enzymen (Fermenten). Im eigentlichen Sinn handelt es bei der Fermentation um die anaerobe Oxidation von Zuckern zum Zwecke der Energiegewinnung des metabolisierenden Organismus.
  • Physiologie ist die Lehre von den biochemischen und physikalischen Vorgängen in Zellen, Geweben und Organen der Lebewesen.
  • Aggregation ist die funktionelle Zusammenlagerung von Zellen oder Molekülen.
  • Good Manufacturing Practise. Eine Sammlung an Richtlinien zu Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung
  • Ein Biofilm ist eine dünne Schleimschicht, die aus Mikroorganismen besteht und sich auf Oberflächen bildet, die in Kontakt mit Wasser stehen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Zahnbelag.
  • Als Fluoreszenz wird die spontane Emission von Licht bestimmter Wellenlänge nach Anregung eines Moleküls mit Licht einer anderen Wellenlänge bezeichnet.
  • HPLC ist die Abkürzung für High Pressure Liquid Chromatography, übersetzt bedeutet dies: Hochdruck-Flüssigkeitschromatografie. HPLC ist ein hochanalytisches Auftrennverfahren für Gemische.
  • Aerob bedeutet "mit Sauerstoff".
  • Anaerob bedeutet "lebt ohne Sauerstoff".
  • Chitin ist ein Polysaccharid, das in Gliederfüßer, Pilzen, Ringelwürmern und Weichtieren vorkommt. Im Vergleich zur Cellulose trägt der Grundbaustein beta-Glucose eine N-Acetylgruppe.

Glossar

  • Ein Antibiotikum ist ein Stoffwechselprodukt von Mikroorganismen (Bakterien, Pilze), das in geringen Konzentrationen andere Mikroorganismen in ihrem Wachstum hemmt.
  • Bakterien sind mikroskopisch kleine, einzellige Lebewesen, die zu den Prokaryoten gehören.
  • Biotechnologie ist die Lehre aller Verfahren, die lebende Zellen oder Enzyme zur Stoffumwandlung und Stoffproduktion nutzen.
  • Desoxyribonukleinsäure (DNS / DNA) trägt die genetische Information. In den Chromosomen liegt sie als hochkondensiertes, fadenförmiges Molekül vor.
  • Enzyme sind Katalysatoren in der lebenden Zelle. Sie ermöglichen den Ablauf der chemischen Reaktionen des Stoffwechsels bei Körpertemperatur.
  • Ein Gen ist ein Teil der Erbinformation, der für die Ausprägung eines Merkmals verantwortlich ist. Es handelt sich hierbei um einen Abschnitt auf der DNA, der die genetische Information zur Synthese eines Proteins oder einer funktionellen RNA (z. B. tRNA) enthält.
  • Das Genom ist die gesamte Erbsubstanz eines Organismus. Jede Zelle eines Organismus verfügt in Ihrem Zellkern über die komplette Erbinformation.
  • Gentechnik ist ein Sammelbegriff für verschiedene molekularbiologische Techniken. Sie ermöglicht, DNA-Stücke unterschiedlicher Herkunft neu zu kombinieren, in geeigneten Wirtszellen zu vermehren und zu exprimieren.
  • Lytisch zu sein ist die Eigenschaft eines Bakteriophagen, seine Wirtszelle bei der Infektion zu zerstören.
  • Mit dem Begriff Mutation wird jede Veränderung des Erbguts bezeichnet (z. B. Austausch einer Base; Umstellung einzelner DNA-Abschnitte, Einfügung zusätzlicher Basen, Verlust von Basen oder ganzen DNA-Abschnitten). Mutationen kommen ständig in der Natur vor (z. B. ausgelöst durch UV-Strahlen, natürliche Radioaktivität) und sind die Grundlage der Evolution.
  • Pathogenität ist die Fähigkeit, eine Krankheit zu verursachen. Man unterscheidet zwischen human-, tier- und pflanzenpathogenen Erregern, die eine Krankheit spezifisch bei Mensch, Tier oder Pflanze hervorrufen.
  • Die PCR oder Polymerase-Kettenreaktion ist eine molekularbiologische Methode, mit der kurze DNA-Abschnitte auf einfache Weise vervielfältigt werden. Man benötigt dazu lediglich die DNA-Vorlage, ein Enzym namens DNA-Polymerase, das die Vervielfältigung katalysiert, Ansatzstücke für die Polymerase, die sog. Primer, und die DNA-Bausteine, die sog. Desoxynukleosidtriphosphate. Gesteuert wird die Vervielfältigung über mehrere Zyklen von Temperaturerhöhungen und -senkungen.
  • Proteine (oder auch Eiweiße) sind hochmolekulare Verbindung aus Aminosäuren. Sie übernehmen vielfältige Funktionen in der Zelle und stellen mehr als 50 % der organischen Masse.
  • Ein DNA-Chip besteht aus einer modifizierten Glasoberfläche von ungefähr 2x2 cm mit einer mikroskopisch kleinen Anordnung kurzer DNA Sequenzen. Damit lassen sich tausende Gene in einem einzelnen Experiment analysieren.
  • Fermentiation ist die Bezeichnung für die Umsetzung von biologischen Materialien mit Hilfe von Mikroorganismen oder durch Zusatz von Enzymen (Fermenten). Im eigentlichen Sinn handelt es bei der Fermentation um die anaerobe Oxidation von Zuckern zum Zwecke der Energiegewinnung des metabolisierenden Organismus.
  • Biochemie ist die Lehre von den chemischen Vorgängen in Lebewesen und liegt damit im Grenzbereich zwischen Chemie, Biologie und Physiologie.
  • Die Molekularbiologie beschäftigt sich mit der Struktur, Biosynthese und Funktion von DNA und RNA und und deren Interaktion miteinander und mit Proteinen. Mit Hilfe von molekularbiologischen Daten ist es zum Beispiel möglich, die Ursache von Krankheiten besser zu verstehen und die Wirkungsweise von Medikamenten zu optimieren.
  • Toxizität ist ein anderes Wort für Giftigkeit.
  • Physiologie ist die Lehre von den biochemischen und physikalischen Vorgängen in Zellen, Geweben und Organen der Lebewesen.
  • Demenz ist eine neuronale Erkrankung, bei der es zu einer fortschreitenden Einschränkung der Leistungsfähigkeit des Gehirns kommt. Betroffen sind vor allem das Kurzzeitgedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik. Nur bei einigen Formen verändert sich auch die Persönlichkeitsstruktur.
  • Aggregation ist die funktionelle Zusammenlagerung von Zellen oder Molekülen.
  • Good Manufacturing Practise. Eine Sammlung an Richtlinien zu Qualitätssicherung der Produktionsabläufe und -umgebung
  • Ein Biofilm ist eine dünne Schleimschicht, die aus Mikroorganismen besteht und sich auf Oberflächen bildet, die in Kontakt mit Wasser stehen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Zahnbelag.
  • Als Fluoreszenz wird die spontane Emission von Licht bestimmter Wellenlänge nach Anregung eines Moleküls mit Licht einer anderen Wellenlänge bezeichnet.
  • HPLC ist die Abkürzung für High Pressure Liquid Chromatography, übersetzt bedeutet dies: Hochdruck-Flüssigkeitschromatografie. HPLC ist ein hochanalytisches Auftrennverfahren für Gemische.
  • Aerob bedeutet "mit Sauerstoff".
  • Anaerob bedeutet "lebt ohne Sauerstoff".
  • Chitin ist ein Polysaccharid, das in Gliederfüßer, Pilzen, Ringelwürmern und Weichtieren vorkommt. Im Vergleich zur Cellulose trägt der Grundbaustein beta-Glucose eine N-Acetylgruppe.
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