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POLYFEA - Ein starker Partner für kompostierbaren Kunststoff

Das im Südschwarzwald ansässige Unternehmen POLYFEA Polymer- und Produktentwicklung bietet als Dienstleistung Beratung und Auftragsentwicklung für polymere Stoffe und Produkte an. Mit dem Werkstoffsystem CAPROWAX P gelang dem Unternehmen eine innovative Produktentwicklung.

Albrecht Dinkelaker kennt sich in der Entwicklung von Polymeren aus, blickt er doch auf langjährige Erfahrung mit Polymersynthesen und Anwendungsentwicklung in der chemischen Industrie zurück. 1994 gründete er das Unternehmen POLYFEA Polymer- und Produktentwicklung und konnte so auf seine Kenntnisse im chemischen und Kompost-Recycling von Kunststoffen zurückgreifen: Wasserfest sollte der neue Werkstoff sein sowie mehrheitlich aus erneuerbaren Rohstoffen bestehen. Denn kompostierbare Kunststoffe aus Stärke zeigen häufig keine ausreichende Beständigkeit im Alltag, da sie Feuchtigkeit stark absorbieren. Das von der POLYFEA entwickelte Werkstoffsystem CAPROWAX P zeigt nun die erforderlichen Eigenschaften: Es ist wasserfest, kompostierbar und nutzzeitstabil. CAPROWAX P findet heute im Acker- und Gartenbau, in Baumschulen, im Weinbau sowie in der Floristik und Forstwirtschaft seine Anwendung und ist gemäß DIN EN 13432 ein kompostierbarer Werkstoff (registriert bei DIN CERTCO 7W0069).

CAPROWAX P lässt sich leicht verarbeiten

Albrecht Dinkelaker präsentiert das Produktsortiment von CAPROWAX P auf der NAROTECH in Erfurt. © POLYFEA

Die POLYFEA ist spezialisiert auf Beratung und Rezeptentwicklung mit technischen Kunststoffen und Additiven für Polymerblends auf Extrusions-/Beschichtungsmaschinen. Einer der Schwerpunkte liegt dabei auf der Vermarktung des kompostierbaren Werkstoffs CAPROWAX P. Der wesentliche Vorteil des Biokunststoffs ist, dass er sich wie ein Kunststoff verarbeiten lässt und trotzdem einen hohen Anteil an erneuerbaren Rohstoffen besitzt. Der zu 30 bis 50 Prozent aus modifizierten Pflanzenölen bestehende Werkstoff ist ohne Vortrocknung bei Temperaturen von 80 - 150 °C verarbeitbar.

„CAPROWAX P lässt sich ähnlich wie Polypropylen dünnwandig verspritzen", berichtet der Unternehmer, „und ist im Vergleich zu stärkehaltigen Biokunststoffen deutlich leichter". Neben den modifizierten, pflanzlichen Triglyceriden bestehen die CAPROWAX-P-Compounds aus einem Gemisch von aliphatischen Polyestern. „Das Preis/Leistungsverhältnis kann sich im Vergleich zu anderen kompostierbaren Polymerblends durchaus sehen lassen", erklärt Albrecht Dinkelaker. Als besonders wertvoll ist dabei die bevorzugte Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen, die keine Nahrungs-/Futtermittel enthalten und frei von Aromaten- und Stickstoffverbindungen sind. Der Biokunststoff kann für Monofilamente und deren textile Systeme, Tiefzieh-, Spritzguss- und Blasformprodukte verwendet werden.

Die Masterbatches aus CAPROWAX P © POLYFEA
Spritzgussbecher aus CAPROWAX P © POLYFEA

Haupteinsatzgebiet im Gartenbau und in der Landwirtschaft

Die Granulatmaterialien aus CAPROWAX P werden bei zertifizierten Lohnherstellern produziert. Zudem gibt es Farbmasterbatches des Werkstoffes, die bereits auf einem technischen Level getestet wurden. „Hier muss teilweise noch Entwicklungsarbeit geleistet werden, die sich aber dann nach den spezifischen Anforderungen des Kunden richten kann“, so Dinkelaker. Durch die biologisch abbaubaren Masterbatches ist das Produkt somit auch nach Farbzusatz einfach kompostierbar. Bei Komposttests mit Pflanzentöpfen mit einer Wanddicke von 500 µm wurde in einer industriellen Kompostieranlage nach zwölf Wochen ein durchschnittlicher biologischer Abbau von 94 Prozent erreicht. „Am Anfang ist das Abbauverhalten sehr langsam und steigert sich später deutlich, bei stärkehaltigen Kunststoffen verhält es sich genau umgekehrt“, erklärt der Produktentwickler.

Tiefziehfolien aus CAPROWAX P © POLYFEA

Das Haupteinsatzgebiet des Werkstoffes sieht Dinkelaker im Gartenbau sowie in der Landwirtschaft. Durch seine Wasser- und Schimmelfestigkeit zeigt der Kunststoff innerhalb von ein bis zwei Pflanzenanbauperioden stabile Produkteigenschaften. Seine kälteflexiblen Eigenschaften machen eine ganzjährige Anwendung im Freilandbereich möglich und lassen so auch Produkte mit längerem Außeneinsatz zu - wie zum Beispiel Pflanzentöpfe, Vogelschutznetze sowie Geotextilien zum Erosionsschutz.

Zur Pflanzenverträglichkeit wurden Vergleichstests mit Standard-Pflanzentöpfen aus Polypropylen (PP) durchgeführt. Die Pflanzen zeigten im Vergleich zu den Töpfen aus PP keine Abweichungen im Wachstumsverhalten. Weiterhin ist der Kunststoff als Schmelzkleber (Hotmelt), für Composites mit Naturkurzfasern und als Trägermaterial für biotechnische Systeme einsetzbar.

Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/de/fachbeitrag/aktuell/polyfea-ein-starker-partner-fuer-kompostierbaren-kunststoff/