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Stuttgarter Studenten ergreifen die Initiative

Im Februar 2010 wurde der Verein „Technische Biologen der Universität Stuttgart e.V.“ von Studenten der Technischen Biologie gegründet. Ziel des Vereins ist es, ein Netzwerk zwischen Studenten der Technischen Biologie, Alumnis, Dozenten und Unternehmen aufzubauen. Dies soll Studenten Einblicke in die verschiedenen Berufsfelder gewähren, ihnen helfen die Studienschwerpunkte sowie Bachelor- bzw. Diplomarbeiten auszuwählen oder auch frühzeitig Kontakte mit der Industrie zu knüpfen. Das erste große Projekt, der Tag der Technischen Biologie, steht bereits in den Startlöchern. Am 30. Oktober werden Dozenten aus den studiengangrelevanten Instituten und Vertreter regionaler Biotech-Firmen Vorträge halten und Technischen Biologen ihre Möglichkeiten aufzeigen.

Jedes Jahr werden bis zu 70 Bewerber zum Studium der Technischen Biologie zugelassen. Nur wenige davon wissen zu Beginn bereits, was genau sie später mit ihrem Abschluss anfangen wollen und können. Es stellt sich ihnen die Frage, ob sie in Forschungs- oder Lehrinstitutionen arbeiten, ob sie an die klassische Biologie anknüpfen oder doch lieber die neusten Trends wie Bioenergie oder Biopolymere verfolgen wollen.

Um genau diese Unwissenheit zu bekämpfen und Studenten auf ihrem akademischen Weg zu helfen, sollte es ein Netzwerk geben, etwas, das alles miteinander verbindet. Dies dachten sich Joachim Koepff und Thomas Bissinger, die Mitgründer des Vereins „Technische Biologen der Universität Stuttgart e.V.“.

Studenten der Technischen Biologie sollen zum Beispiel die Chance bekommen, mit Unternehmen und Instituten ins Gespräch zu kommen. Erster Schritt war es deshalb, Exkursionen zu Firmen zu organisieren. Die erste Exkursion ging nach Biberach zu Boehringer Ingelheim und weitere sind in Planung. „Wir sind erstaunt, wie gut unsere Ideen angenommen werden“, so Vorstandsmitglied und Vereinsgründer Joachim Koepff. „Wir haben bereits 65 studentische Mitglieder sowie mehrere Professoren in unserem Verein. Besonders stolz sind wir auch darüber, dass Studiendekan Prof. Dr. Georg Sprenger von Anfang an hinter uns stand und Beisitzer des Vorstands geworden ist.“

Um das Netzwerk noch weiter auszubauen und über die Jahre hinweg immer weiter zu vergrößern, wollen Koepff und Bissinger zukünftig die Erstsemester für den Verein anwerben. Zusätzlich hat das Alumni-Netzwerk der Universität Stuttgart alumnius bereits Hilfe angeboten und möchte den Verein beim Aufbau unterstützen. Alumnius ist das Kommunikations- und Servicenetzwerk für Studierende und Absolventen, für Universitätsangehörige und für die Förderer und Partner der Universität Stuttgart.

Neben all diesen Plänen soll der Verein die Fachschaft der technischen Biologen unterstützen. Ein eingetragener Verein erleichtert die Organisation von Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem "Biohazard". Dies ist die alljährliche Sommerveranstaltung der Technischen Biologen. Eine Fachschaft hat als universitäre Einrichtung außerhalb der Universität nur wenige Möglichkeiten etwas zu erreichen. Dem Verein hingegen ist es nun beispielsweise möglich, ein Konto zu eröffnen und Genehmigungen von der Stadt einzuholen. Eingetragen ist der Verein seit dem 24. August 2010.

Mitglied im Verein werden kann generell jeder, der das Ziel des Vereins unterstützt -  aktiv oder passiv, also mit oder ohne Stimmrecht. Alle Mitglieder werden dann in einen Verteiler aufgenommen, bekommen einen Newsletter und können nach Wunsch auch von anderen Mitgliedern kontaktiert werden. 

Der Tag der Technischen Biologie

v.l.n.r.: Autorin Samantha Nolan, BIOPRO, Mitvereinsgründer Joachim Koepff und Thomas Bissinger © Samantha Nolan, BIOPRO

Am 30. Oktober 2010 findet auf dem Campus der Universität Stuttgart der Tag der Technischen Biologie statt. „Wir wollen sämtliche Mitglieder des Vereins damit erreichen und ihnen eine Plattform bieten, um Kontakte herzustellen. Wenn durch solche Projekte später auch nur ein Arbeitsvertrag zustande kommt, wäre das bereits ein Gewinn“, so Joachim Koepff.

Professor Görtz, ehemaliger Abteilungsleiter der Zoologie, und Professor Takors, Leiter des Instituts für Bioverfahrenstechnik, werden Vorträge halten, die vor allem die Entwicklung des Studiengangs darstellen. Bei einem Get-together im Foyer des Zentrums für Bioverfahrenstechnik (ZBVT), bei dem auch die BIOPRO Baden-Württemberg mit einem Stand anwesend sein wird, gibt es anschließend verschiedene Posterpräsentationen. Vertreten sind außerdem alle Institute und mehrere Unternehmen, wie zum Beispiel die micro-biolytics GmbH aus Esslingen. Thomas Bissinger zum Ziel des Tags der Technischen Biologie: „Wir wollen explizit regionalen Firmen die Chance geben sich zu präsentieren. Sie sollen zeigen, dass der Biotechnologie-Standort Baden-Württemberg einiges zu bieten hat.“

Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/de/fachbeitrag/aktuell/stuttgarter-studenten-ergreifen-die-initiative/