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Baden-Württemberg auf Platz eins in der EU

4,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung - so lautet die Bilanz des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg für das Jahr 2005.

Mit der Investition von 4,2 Prozent seiner Wirtschaftsleistung in Forschung und Entwicklung erreicht Baden-Württemberg im Vergleich der Länder in Deutschland und in der EU Platz eins. "Der Spitzenplatz für das Jahr 2005 ist insbesondere deswegen bemerkenswert, weil die Forschungstätigkeit im Land ausgehend von einem bereits erreichten Rekordniveau insbesondere in der Wirtschaft nochmals deutlich gesteigert werden konnte", so die Präsidentin des Statistischen Landesamtes, Dr. Carmina Brenner.

Erstmals seit Jahren wurde damit auch wieder der Stadtstaat Berlin überholt, der mit einer FuE-Intensität von rund 4 Prozent im Jahre 2003 noch vor den Flächenländern gelegen hatte, dieses hohe Niveau jedoch nicht halten konnte und aktuell mit 3,8 Prozent an zweiter Stelle liegt. Bayern gehört mit 2,9 Prozent in Deutschland ebenfalls zur Spitzengruppe, wohingegen im Saarland, in Schleswig-Holstein sowie in Sachsen-Anhalt mit jeweils rund 1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes am wenigsten für Forschung und Entwicklung ausgegeben wird.
FuE-Intensität im Bundesländervergleich (Abbildung: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg)

Internationaler Innovationswettbewerb nimmt zu

Auch international kann der Südwesten seine Spitzenposition als forschungsintensiver Standort weiter ausbauen. Mit 4,2 Prozent seiner Wirtschaftsleistung investierte 2005 kein anderes Land in Europa mehr in Forschung und Entwicklung als Baden-Württemberg. 2003 lag Baden-Württemberg noch hinter Berlin und Schweden auf Rang drei. In den 27 Staaten der EU beliefen sich die prozentualen FuE-Ausgaben im Durchschnitt auf lediglich 1,8 Prozent. Die skandinavischen Länder Schweden und Finnland, die USA, Japan, aber auch Südkorea gaben verglichen mit dem EU-Durchschnitt prozentual weit mehr für Forschung und Entwicklung aus, blieben in ihrer Forschungsintensität jedoch hinter Baden-Württemberg zurück.

Das gute Abschneiden Baden-Württembergs gerade gegenüber der USA wird jedoch dadurch begünstigt, dass hier eine mit knapp 11 Mill. Einwohnern relativ kleine Region mit einer großen Nation verglichen wird. Einige Bundesstaaten der USA gaben – bezogen auf ihre Wirtschaftsleistung – deutlich mehr für Forschung und Entwicklung aus als Baden-Württemberg. Im weltweiten Vergleich der hier untersuchten Nationalstaaten lag 2005 nur Israel vor Baden-Württemberg. Doch das Teilnehmerfeld im internationalen Innovationswettbewerb ist breiter geworden, zumal auch wachstumsstarke Schwellenländer wie China ihre FuE-Anstrengungen mehr und mehr verstärken. Binnen eines Jahrzehnts konnte die Volksrepublik China ihre Forschungsintensität auf über 1,3 Prozent mehr als verdoppeln und liegt heute bereits vor Ländern wie Irland, Italien oder Spanien. Auch Indien oder Singapur beschleunigen den technologischen Aufholprozess.

FuE-Ausgaben konzentrieren sich im Wirtschaftssektor

Verteilung der FuE-Ausgaben Baden-Württembergs (Abbildung: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg)
Die Forschungsintensivierung im Südwesten ist maßgeblich auf den überdurchschnittlich stark ausgeprägten Wirtschaftssektor zurückzuführen. Rund 80 Prozent der gesamten FuE-Ausgaben konzentrieren sich hier, insbesondere in den forschungsintensiven Branchen Fahrzeug- und Maschinenbau sowie Elektrotechnik. Auf die außeruniversitären Forschungsinstitute – hierzu zählen beispielsweise die Institute der Max-Planck- und der Fraunhofer-Gesellschaft – und die Hochschulen entfallen jeweils ein Zehntel der FuE-Aufwendungen im Land.

Nach weiteren Angaben des Statistischen Landesamtes beliefen sich die Ausgaben für Forschung und Entwicklung hier zu Lande im Jahre 2005 auf rund 13,7 Mrd. EUR – das sind gut 1,3 Mrd. bzw. 11 Prozent mehr als noch zwei Jahre zuvor. Gemessen in Vollzeitäquivalenten – also reinen Personenjahren – waren in den baden-württembergischen Unternehmen, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen etwa 110.300 Personen mit FuE-Aufgaben betraut, dies entspricht einem Plus von 5.800 Personen gegenüber dem Jahr 2003. Damit zeigt sich das Land erneut als führender FuE-Standort, in dem sich nahezu ein Viertel aller FuE-Ressourcen des gesamten Bundesgebietes konzentrieren, deutlich mehr noch als in Bayern oder Nordrhein-Westfalen.

Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, Stuttgart - 12.02.08
Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/baden-wuerttemberg-auf-platz-eins-in-der-eu/