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Broschüre zum Klimawandel in Baden-Württemberg

In Stuttgart haben Umweltministerin Tanja Gönner und die Präsidentin der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Margareta Barth, die Broschüre "Klimawandel in Baden-Württemberg - Fakten, Folgen, Perspektiven" vorgestellt. Darin sind die aktuellen Erkenntnisse kompakt und übersichtlich zusammengestellt. Es wird deutlich: Baden-Württemberg ist schon jetzt besonders vom Klimawandel betroffen.

Fakten, Folgen und Perspektiven zum Klimawandel in Baden-Württemberg © Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr; LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz

Seit 1901 ist die Jahresmitteltemperatur im Land um über ein Grad Celsius gestiegen. Der größte Anstieg ist dabei erst in den letzten 30 Jahren erfolgt. Bis Mitte des Jahrhunderts werden die Jahresmitteltemperaturen in Baden-Württemberg voraussichtlich um weitere 0,8 bis 1,7 Grad Celsius steigen. "Wir sind im Südwesten vom Klimawandel schon jetzt besonders betroffen und stehen dabei erst am Anfang der Veränderungen", so Ministerin Gönner, denn ab Mitte des Jahrhunderts erwarten die Klimatologen noch deutlich stärkere Temperaturanstiege. "Dieser Entwicklung wollen wir mit einem ambitionierten Klimaschutz entgegengetreten", betonte die Ministerin.

"Besondere Sorge bereiten uns schon jetzt die Veränderungen der Klimaparameter, die Extreme der Temperatur- und Niederschlagsereignisse beschreiben", erläuterte LUBW-Präsidentin Barth. Die Sommertage mit Höchsttemperatur von mindestens 25 Grad Celsius hätten deutlich zugenommen und die Eistage mit Höchsttemperaturen unter dem Gefrierpunkt abgenommen. Diese Entwicklung werde sich in Zukunft landesweit fortsetzen, regional aber unterschiedlich ausgeprägt sein. Besonders betroffen seien Rhein- und Neckartal sowie die Bodenseeregion. Der Anstieg der Lufttemperatur werde sich auch auf die Artenvielfalt im Land auswirken. In den letzten 20 bis 30 Jahren seien Wärme liebende Arten insbesondere aus dem Mittelmeerraum nach Baden-Württemberg eingewandert und hätten sich ausgebreitet. Dies betreffe vor allem mobile Arten, wie Libellen, Stechmücken, Käfer und Schmetterlinge.

Neuausrichtung der Infrastruktur

"Warme und trockene Sommer, niederschlagsreiche Winter mit Hochwassergefahren sowie Extremwetterereignisse stellen eine Herausforderung dar und rückten den Gesichtspunkt der Anpassung an den Klimawandel in das Blickfeld. Wir müssen uns darauf einstellen, dass große Anstrengungen notwendig werden, um die Folgen zu bewältigen", bekräftigte Umweltministerin Gönner. Das Land werde daher den Aspekt der Anpassung an die unvermeidbaren Klimaveränderungen stärker in den Blick nehmen. Erforderlich sei eine langfristig ausgerichtete Anpassungsstrategie. Mit der Einrichtung des Hitzewarndienstes, der Berücksichtigung des Klimawandels bei der Berechnung der Hochwasserschutzanlagen und der Niedrigwasser-Vorhersage der LUBW seien bereits beispielhafte Anpassungsmaßnahmen realisiert worden. Dies sei aber nur der Anfang. "Die Infrastruktur muss technisch auf die sich verändernden Bedingungen ausgerichtet werden. Die jüngsten Vorkommnisse mit der Klimatisierung im Zugverkehr der Bundesbahn sind ein warnendes Beispiel. Neben der Zunahme von hitzebedingten Krankheits- und Todesfällen müssen wir damit rechnen, dass mit den ökologischen Veränderungen neue Krankheitserreger auftreten. Die Gesundheitsversorgung und -vorsorge muss sich diesen neuen Herausforderungen stellen“, so Ministerin Gönner.

Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/broschuere-zum-klimawandel-in-baden-wuerttemberg/