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Chemische Energieträger sind Basis für eine nachhaltige Energieversorgung

Am Donnerstag, den 14. Juli 2011, hat die „Knowledge and Innovation Community (KIC) InnoEnergy“ in Zusammenarbeit mit dem Steinbeis-Europa-Zentrum, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), der BW Bank und der Universität Stuttgart Vertreter von kleinen und mittleren Unternehmen nach Karlsruhe eingeladen. Das Ziel war, den Dialog zwischen Wirtschaft und Wissenschaft im Bereich der nachhaltigen Energieversorgung, insbesondere durch Nutzung neuartiger Energietechnologien wie beispielsweise den Einsatz chemischer Energieträger, zu vertiefen und gemeinsame Innovationsprojekte anzustoßen.

Erneuerbare Energien, insbesondere Windenergie, Wasserkraft, Bioenergie, Sonnenenergie oder Geothermie, werden bei der zukünftigen Energieversorgung in Deutschland und Europa eine große Rolle spielen. Da die zeitlich schwankende Verfügbarkeit von Sonne und Wind ausgeglichen werden muss, z. B. durch leistungsfähige aber auch öffentliche akzeptierbare Energiespeicher, übernehmen hochwertige chemische Energieträger, die aus biogenen und fossilen Brennstoffen oder über Syntheseprozesse erzeugt werden, eine wichtige Aufgabe, natürlich neben lastflexiblen Kraftwerken, einem größeren intelligent gemanagten Netzverbund oder der angebotsabhängigen Verbrauchersteuerung. „Hier sehen wir zahlreiche neue Geschäftsideen, die sich aus der Übertragung der Forschungsergebnisse in die Anwendung bei den Unternehmen entwickeln können und diesen Prozess werden wir mit den Möglichkeiten des KIC InnoEnergy unterstützen“, zeigte sich der fachliche Sprecher der chemischen Energieträger, Prof. Dr. Thomas Kolb vom KIT optimistisch.

Auf europäischem Wege zu vermarktbaren Produkten

„Damit wir die Herausforderungen der Zukunft meistern können, brauchen wir gemeinsame Projekte, an denen sich Vertreter aus der Forschung und der Industrie gleichermaßen beteiligen. Nur so gelingt es, Forschungsergebnisse mit Innovationspotenzial schnell in marktreife Produkte umzusetzen. Das Steinbeis-Europa-Zentrum bildet hier vor allem die Brücke nach Europa zu europäischen Innovationen und Partnern“, hob Prof. Norbert Höptner, Europabeauftragter des Ministers für Finanzen und Wirtschaft und Direktor des Steinbeis-Europa-Zentrums hervor. Gelegenheit, um gemeinsame Projekte anzustoßen, gaben die drei interaktiven runden Tische zu den Themen „Ausgangsstoffe chemischer Energieträger“, „Wandlung chemischer Energieträger“ und „Nutzung chemischer Energieträger“.

Dr. Frank Diedrich, General Manager der KIC InnoEnergy Germany stellte die Ziele der europäischen Initiative vor, die vom European Institute of Innovation and Technology gefördert wird. Die KIC InnoEnergy SE ist eine Europäische Aktiengesellschaft mit dem Ziel, in innovative und nachhaltige Energielösungen zu investieren. Aktionäre sind führende europäische Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten. Die Investitionen liegen in den Bereichen Forschung und Technologie, Bildung und „Business Creation“. Der Fokus bei Forschung und Entwicklung liegt auf marktnahen Themen: die Projekte sollen in absehbar wenigen Jahren zu vermarktbaren Produkten oder Dienstleistungen führen. Die Arbeit der KIC InnoEnergy SE wird in sechs europäischen Ländern von Tochtergesellschaften bzw. Konsortien getragen. In Deutschland ist die KIC InnoEnergy Germany GmbH in Gründung.

KIC InnoEnergy eröffnet den Zugang zu führenden europäischen Unternehmen

„Eine Teilnahme ist auf unterschiedlichen Ebenen mit jeweils unterschiedlicher Intensität möglich“, so Diedrich. „Am einfachsten steigt man als Projektpartner ein. In der Praxis funktioniert das so, dass sich Partner aus Forschung und Industrie zusammenfinden, die ein Thema gemeinsam erarbeiten wollen. In einem Konsortialvertrag regeln die Partner, welche Ziele erreicht werden sollen, wer welche Arbeitspakete übernimmt, wie viel Geld investiert wird, wie viel Förderung beantragt wird und wie die Partner bezüglich neu geschaffener Patente umgehen wollen. Unter bestimmten Voraussetzungen können innovative Arbeitspakete bis zu 100 Prozent von der KIC InnoEnergy gefördert werden, bis maximal 100.000 Euro pro Jahr.“

Die Teilnahme an der KIC InnoEnergy eröffnet Zugang zum Netz führender europäischer Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Hochschulen sowie zu Fördermitteln für zielgerichtete Arbeiten auf dem Gebiet innovativer, nachhaltiger Energielösungen. Die derzeitigen Arbeitsschwerpunkte sind erneuerbare Energiequellen (Sonne, Wind, Wasser), saubere Kohletechnologien, Energie aus chemischen Energieträgern (darin Biomasse), intelligentes europäisches Stromnetz und Stromspeicherung, intelligente energieeffiziente Gebäude und Städte sowie die Konvergenz von nachhaltiger Nuklear- und erneuerbarer Energie. KIC InnoEnergy ist offen für die Teilnahme von kleinen und mittleren Unternehmen und fordert diese auf, die Zukunft des Marktes aktiv mit zu gestalten.

Hintergrund

Die internationale Wissens- und Innovationsgemeinschaft KIC InnoEnergy ist eine von drei „Knowledge and Innovation Communities“ (KIC), die seit Sommer 2010 vom Europäischen Institut für Innovation und Technologie (EIT) gefördert werden. In KIC InnoEnergy arbeiten 27 europäische Partner – Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Business Schools – an dem gemeinsamen Ziel, bis zum Jahr 2050 ein nachhaltiges Energiesystem für Europa zu schaffen. Die Ziele von KIC InnoEnergy entsprechen den Forderungen der EU-Kommission nach einer nachhaltigen Energieversorgung und einem klimaneutralen Energiekonzept für Europa. Das Zusammenspiel im Wissensdreieck Forschung, Innovation und Bildung ist dabei eine Priorität des Netzwerks. Insbesondere die Ausbildung von Nachwuchsunternehmern, entsprechende Doktorandenprogramme und eine enge Vernetzung der Partner sollen dafür sorgen, dass innovative Energietechnologien schneller auf den Markt kommen.

Glossar

  • Ein Gen ist ein Teil der Erbinformation, der für die Ausprägung eines Merkmals verantwortlich ist. Es handelt sich hierbei um einen Abschnitt auf der DNA, der die genetische Information zur Synthese eines Proteins oder einer funktionellen RNA (z. B. tRNA) enthält.
  • Fossile sind aus der erdgeschichtlichen Vergangenheit stammende Überreste von Tieren oder Pflanzen.
  • Als Biomasse wird die gesamte Masse an organischem Material in einem definierten Ökosystem bezeichnet, das biochemisch – durch Wachstum und Stoffwechsel von Tieren, Pflanzen oder Mikroorganismen – synthetisiert wurde. Damit umfasst sie die Masse aller Lebewesen, der abgestorbenen Organismen und die organischen Stoffwechselprodukte.
Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/chemische-energietraeger-sind-basis-fuer-eine-nachhaltige-energieversorgung/