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Der Cluster Biopolymere/Biowerkstoffe

Der Cluster Biopolymere/Biowerkstoffe der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH wurde im Mai 2007 als einer von fünf Sieger-Clustern beim BioIndustrie-Wettbewerb ausgezeichnet. In der Umsetzungsphase des prämierten Wettbewerbsbeitrags stellt das BMBF in den Jahren 2007 bis 2012 insgesamt zehn Mio. Euro zur Verfügung.

Ziel des Clusters Biopolymere/Biowerkstoffe ist es, den Entwicklungsprozess biobasierter Polymere und Biowerkstoffe maßgeblich zu unterstützen und zu beschleunigen. Hierzu sollen neuartige Kunststoffe durch den Einsatz von mikrobiologischen Verfahren, Bioprozesstechnik sowie biotechnologischen Methoden identifiziert und entwickelt werden.

Bestehende Kompetenzen in Biotechnologie und Bioverfahrenstechnik werden dabei mit chemischer Verfahrenstechnik und Polymerchemie und der Kunststofftechnik verknüpft. An dieser Herausforderung wollen rund 60 Unternehmen und 34 Forschungseinrichtungen im Verbund gemeinsam arbeiten.

Im April 2008 waren die Mitglieder des Clusters Biopolymere/Biowerkstoffe aufgerufen, ein Lenkungsgremium zu wählen. Als Ergebnis steht dem Cluster nun ein kompetentes Gremium zur Seite. Es setzt sich aus renommierten Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, die alle für das Cluster relevanten Forschungsrichtungen vertreten. In beratender Funktion wird das Lenkungsgremium in Zukunft die strategische Weiterentwicklung des Clusters begleiten.

Ausschreibung

Die erste wichtige Entscheidung wurde bei der konstituierenden Sitzung des Lenkungsgremiums im Juli 2008 getroffen: Im Herbst 2008 gab es eine zweite Ausschreibung im Cluster. Die Ausschreibungen sind generell öffentlich, d.h. nicht auf die Mitglieder des Clusters Biopolymere/Biowerkstoffe beschränkt.

Auch weiterhin können Ideenskizzen bei der Geschäftsstelle der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH eingereicht werden. Das Lenkungsgremium prüft diese Skizzen zunächst auf ihre Förderwürdigkeit hin und fordert die Antragsteller ggf. auf, eine vollständige Projektskizze einzureichen. Eine detaillierte Beschreibung des Antragsverfahrens ist im Leitfaden zur Antragstellung wiedergegeben.

Voraussetzungen für eine Projektförderung im Cluster Biopolymere / Biowerkstoffe

Das Ziel der übergeordneten Fördermaßnahme BioIndustrie 2021 ist die Diffusion biotechnologiebasierter Produkte und Prozesse in klassische Industriezweige bis zum Jahr 2021. Dabei sollen herkömmliche chemische Produktionsprozesse zunehmend durch den Einsatz von Mikroorganismen, Enzymen oder anderen Produktionssystemen optimiert oder ersetzt werden. Neue Produktklassen, deren chemische Synthese bislang nicht möglich war, sollen erschlossen werden. Materialien aus pflanzlichen Rohstoffen, Biopolymere als Kunststoffersatz und umweltverträgliche Chemikalien gehören zu den denkbaren Produkten. Die Projektförderung stellt einen wesentlichen Bestandteil der Fördermaßnahme dar. Voraussetzungen für eine Projektförderung sind:

  • Die Entwicklung innovativer biotechnologischer Verfahren für die industrielle Produktion.

  • Der Beitrag zum "nachhaltigen Wirtschaften" durch den Einsatz von Roh- und Reststoffen biologischen Ursprungs.

  • Die Perspektive einer mittelfristigen wirtschaftlichen Umsetzbarkeit, zum Beispiel durch Einbindung eines Endanwenders.

  • Eine finanzielle Beteiligung der Privatwirtschaft an den Gesamtkosten des Projektes von in der Regel mindestens 50 Prozent.

Das vielfältige Interesse, das dem Cluster auf Messen und Fachveranstaltungen bislang entgegengebracht wurde, zeigt, dass mit dem Bereich Biopolymere/Biowerkstoffe ein aktuelles Thema der verarbeitenden Kunststoffindustrie und der Polymerforschung angesprochen wird. Dies lässt auf viele interessante Projektideen auch in der Zukunft hoffen.

mk - 16.12.08
© BIOPRO Baden-Württemberg GmbH

Glossar

  • Biotechnologie ist die Lehre aller Verfahren, die lebende Zellen oder Enzyme zur Stoffumwandlung und Stoffproduktion nutzen.
  • Enzyme sind Katalysatoren in der lebenden Zelle. Sie ermöglichen den Ablauf der chemischen Reaktionen des Stoffwechsels bei Körpertemperatur.
  • Mit Kompetenz im biologischen Sinn ist die Eigenschaft eines Bakteriums gemeint, DNA von außen aufnehmen zu können.
  • kb ist die Abkürzung für Kilobase. Diese Einheit für die Länge von DNA- oder RNA-Molekülen entspricht 1.000 Basen bzw. Basenpaaren der Nukleinsäure.
  • Ein Polymer ist eine aus gleichartigen Einheiten aufgebaute kettenartige oder verzweigte chemische Verbindung. Die meisten Kunststoffe sind Polymere auf Kohlenstoffbasis.
  • In einem Cluster arbeiten Unternehmen – die auch miteinander in Wettbewerb stehen können – mit weiteren Partnern aus Forschung, Wissenschaft und Verbänden in einem Wirtschaftsraum zielbezogen zusammen, um gemeinsam einen höheren Gesamtnutzen zu erzielen. Die Kombination von inhaltlicher und räumlicher Nähe der verschiedenen Akteure entlang der Wertschöpfungskette eröffnet die Möglichkeit, Innovationsprozesse zu implementieren.
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung
Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/der-cluster-biopolymere-biowerkstoffe/