Powered by

Fachsymposium zur Rolle der Kommunen bei der Energieversorgung

„Der Erfolg der Energiewende hängt auch davon ab, wie ernst und engagiert Städte und Kommunen die Themen Energieeinsparung und Energieeffizienz angehen“, sagte Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller bei der Eröffnung des Symposium „Kilowatt und Umweltbewusstsein“ im Heidelberger Rathaus. Das Symposium zur Rolle der Kommunen bei der Energieversorgung ist eine Veranstaltung der Akademie für Natur- und Umweltschutz Baden-Württemberg, Umweltakademie.

Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg © Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft

Die Kommunen und jede einzelne Bürgerin und jeder einzelne Bürger spielten bei der Energiewende eine herausragende Rolle, sagte der Umweltminister. Entscheidend für die erfolgreiche Wahrnehmung dieser Rolle seien das Bewusstsein und das Wissen über die Bedeutung erneuerbarer Energien, über Energiesparen und Energieeffizienz. „Nur wer die erneuerbaren Energieressourcen kennt und sie wertschätzt, kann sie auch nutzen“, so Untersteller, „die Umwelt- und Nachhaltigkeitsbildung erfüllt deshalb eine wichtige Aufgabe auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Energiewirtschaft.“ Ein Bildungssymposium wie das der Umweltakademie in Heidelberg trage dazu bei, Entscheidungsträgern in Verwaltung, Parlamenten und Verbänden das nötige Know-how an die Hand zu geben, um die Energiewende vor Ort zum Erfolg zu bringen.

Erneuerbare Energien als tragende Säulen der Energiewende

Untersteller bezeichnete in seiner Rede den Ausbau der erneuerbaren Energien als eine der tragenden Säulen der Energiewende: „Wir halten einen Anteil der erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung in Baden-Württemberg für das Jahr 2020 in Höhe von rund 38 Prozent für durchaus machbar“, sagte der Minister. Der Wandel zu einer Versorgung mit erneuerbaren Energien sei bereits überall im Land zu sehen. Auf den Dächern lägen mehr als 100.000 Photovoltaik- und Solarthermieanlagen, auf landwirtschaftlichen Betrieben würden Biogasanlagen gebaut und genutzt und auch die Planungen für Windkrafträder liefen in vielen Kommunen an.

Minister Untersteller würdigte in diesem Zusammenhang auch das Engagement der Stadt Heidelberg. Allein das aus dem Jahre 1992 stammende und 2.500 Seiten starke Klimaschutzkonzept der Stadt sowie der Maßnahmenplan zeigten, wie engagiert die Stadt das Thema seit mehr als 20 Jahren bearbeite. 70 Prozent des Energieverbrauchs in der EU erfolge in Städten, erklärte Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzer, der auch Präsident der Vereinigung Energy City ist. Energieausgaben seien in den Kommunen oft der zweitgrößte Posten im Verwaltungshaushalt, deshalb, so Würzer, liege es schon im eigenen Interesse, alles daran zu setzen, die Potenziale bei Energieeinsparung und Energieeffizienz so weit wie möglich auszuschöpfen und den Ausbau der erneuerbaren Energien voranzutreiben. Denn dadurch entstünden mittelfristig finanzielle Spielräume für Investitionen auf anderen Gebieten.

Lokale und regionale Energieerzeugung gewinnt an Bedeutung

Erneuerbare Energien sorgten für Gestaltungspielräume und für eine größere Unabhängigkeit von konventionellen Energieversorgern und steigenden Strom-, Gas- und Ölpreisen, ergänzte der Leiter der Umweltakademie, Claus-Peter Hutter. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz und die Vorrangstellung der erneuerbaren Energien bei der Stromeinspeisung, ist nach Darstellung von Claus-Peter Hutter ein Rollenwechsel eingetreten: Jeder Verbraucher könne jetzt auch gewinnbringend Energieerzeuger sein. Und anstelle der zentralen Versorger gewinne die lokale und regionale Energieerzeugung an Bedeutung. Damit habe sich auch der Einfluss der Bürgerinnen und Bürger sowie der Kommunen und der Stadtwerke erheblich vergrößert.

Um diese Chancen zu nutzen, gelte es jetzt immer mehr, Bildung über erneuerbaren Energien schon in Kindergärten und Schulen anzubieten. „Überall dort wo Schüler erleben, wo und wie bei der Beleuchtung und Heizung in den Schulen gespart werden kann, können die Jugendlichen das Thema Energieeffizienz in die Familien und in die Kommunen hineintragen“, so Hutter. Die gesamte Energie- und Klimaschutzthematik sei ein Bewusstseins- und Bildungsthema von hoher gesellschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Bedeutung. Vom Kindergarten bis zu den Universitäten reiche die Spanne, um die Menschen für die unerschlossenen Möglichkeiten der Energieeffizienz und damit des Wachstums auch durch neue Technologien zu motivieren.

Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/fachsymposium-zur-rolle-der-kommunen-bei-der-energieversorgung/