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"Fortschritte in der Bioethanolproduktion" an der Universität Hohenheim

"Der weitere Ausbau der Bioenergie ist mehr denn je spannend und mit Konfliktpotenzialen verbunden. Die aktuelle Diskussion um die Sicherstellung der Nahrungsmittelerzeugung zeigt dies deutlich", sagte der baden-württembergische Minister für Ernährung und Ländlichen Raum, Peter Hauk MdL, am 22. April bei der Tagung „Fortschritte in der Bioethanolproduktion – Energie-, Stoff- und Emissionsbilanzen“ an der Universität Hohenheim in Stuttgart.

"Angesichts der politischen Zielsetzungen zum Klimaschutz und zum Ausbau der erneuerbaren Energien rückt die Bioenergie als ein wichtiger Nutzungspfad verstärkt in den Fokus. Zusätzlich wird bei weltweit steigenden Energiepreisen die Bioenergie auch ohne den Einsatz von steuer- und ordnungspolitischen Instrumenten weiter an Bedeutung gewinnen. Dies kann aber vor dem Hintergrund der notwendigen Bereitstellung von Lebensmitteln nur durch Systeme mit hohem Wirkungsgrad und durch weitgehende Nutzung von Reststoffen erfolgen", betonte Hauk. Angesichts der Endlichkeit der fossilen Ressourcen sei die Biomasse mittel- bis langfristig die einzige regenerative Kohlenstoffquelle, die für die stoffliche und energetische Verwendung zur Verfügung stehe.

Angesichts der Tatsache, dass Biomasse ein nachwachsender, aber dennoch begrenzter Rohstoff sei, gelte es entsprechende Anstrengungen in der Forschung zu ergreifen und eine stetige Überprüfung der Strategie und deren Instrument vorzunehmen. Dies sei auch der Grund, warum derzeit eine Bioenergieforschungsplattform Baden-Württemberg aufgebaut werde. Dort solle interdisziplinär, in Kooperation von Technologieentwicklung, Systemanalyse und Abfall-, Land- und Forstwirtschaft, dieses Feld gemeinsam bearbeitet werden.

Universität Hohenheim sucht neue Quellen zur Bioethanol-Produktion

Universität Hohenheim (Foto: Universität Hohenheim)
"In jüngster Zeit ist das Interesse an Biokraftstoff gestiegen. Gleichzeitig nimmt die Sorge zu, dass dies die Nahrungsmittelversorgung weiter verknappen würde", erklärt der Rektor der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Hans-Peter Liebig. "Hier leistet die Universität Hohenheim einen wertvollen Beitrag, ein sinnvolles Nebeneinander von Nahrungsmittel- und Bioethanol-Produktion zu ermöglichen. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Forschergruppen aus der Bio- und der Gärungstechnologie können wir an Fragestellungen arbeiten, wie wir Stoffe für die Bioethanol-Produktion zugänglich machen, die vorher nicht in diesem Prozess zu verwerten waren, so dass sich die Palette nutzbarer Ausgangsstoffe stark erweitern wird."

Mit der Veranstaltung werden die Ergebnisse eines Forschungsprojekts der Universität Hohenheim „Verbesserung der Energie-, Stoff- und Emissionsbilanzen bei der Bioethanolproduktion aus nachwachsenden Rohstoffen“, das vom Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum mit Mitteln der Landesstiftung Baden-Württemberg - aus der Zukunftsoffensive III - gefördert wurde, vorgestellt.

Quelle: Ministerium für Ernährung und Ländlichen Raum (P) - 22.04.08

Glossar

  • Fossile sind aus der erdgeschichtlichen Vergangenheit stammende Überreste von Tieren oder Pflanzen.
  • Bioethanol (Ethylalkohol) gehört zu den Biokraftstoffen. Es handelt sich dabei um Ethanol, das ausschließlich aus nachwachsenden Kohlenstoffträgern, nämlich auf Basis zucker- oder stärkehaltiger Feldfrüchte oder aus zellulosehaltigen Pflanzenbestandteilen (Zuckerrübe, Rohrzucker, Getreide) hergestellt wurde. Die Stärke wird enzymatisch in Glukose aufgespalten und diese anschließend mit Hefepilzen zu Ethanol vergoren.
  • Als Biomasse wird die gesamte Masse an organischem Material in einem definierten Ökosystem bezeichnet, das biochemisch – durch Wachstum und Stoffwechsel von Tieren, Pflanzen oder Mikroorganismen – synthetisiert wurde. Damit umfasst sie die Masse aller Lebewesen, der abgestorbenen Organismen und die organischen Stoffwechselprodukte.
Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/fortschritte-in-der-bioethanolproduktion-an-der-universitaet-hohenheim/