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NMI-Forscher gewinnen Science2Start-Wettbewerb

Massimo Kubon, Tobias Ensslen und Gorden Steve Link, Nachwuchsforscher am Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Institut (NMI) der Universität Tübingen, erhielten am 5. Juli 2012 anlässlich des Sommerfests von BioRegio STERN den ersten Preis des mit 2.000 Euro dotierten Ideenwettbewerbs Science2Start 2012. Den Wissenschaftlern ist es gelungen, mit Hilfe eines ionenleitfähigen Kunststoffs ein wichtiges Funktionselement für die Biosensorik zu miniaturisieren und damit die Überwachung von Stoffwechselprodukten in Produktionsprozessen entscheidend zu vereinfachen.

Die NMI-Preisträger nehmen ihren Preis entgegen. © NMI

Die aus Wissenschaftlern, Wagniskapitalgebern und Unternehmern zusammengesetzte Jury überzeugte die wissenschaftliche Exzellenz und das wirtschaftliche Potenzial dieser patentierten Entwicklung. "Seit vier Jahren zeichnen wir die besten Ideen des Wettbewerbs Science2Start aus. Es geht uns dabei um Gründungsideen, die wissenschaftliche Exzellenz mit Vermarktungspotenzial verbinden. Das NMI gehörte bisher in jedem Jahr zu den Preisträgern. Ein Beleg dafür, dass das Institut eine Schlüsselposition in diesem Bereich einnimmt", würdigte Dr. Klaus Eichenberg, Geschäftsführer der BioRegio STERN Management GmbH, in seiner Ansprache das NMI und seine Preisträger.

Für viele biochemische Prozesse bedarf es z.B. bei der Herstellung von Bioprodukten oder Arzneimitteln oder zur Patientenüberwachung im Intensivbereich der kontinuierlichen Analyse, sei es zur Überprüfung der korrekten Funktionalität, zur Fehlersuche oder zum frühzeitigen Erkennen von Störungen. Sensoren sollten dabei sehr klein und wartungsarm sein. Für Referenzelektroden, die in allen Sensoren eingesetzt werden, war eine Miniaturisierung bisher nicht möglich.

Diesen Engpass für die Realisierung elektrochemischer, kalibrierfreier Mikromesssysteme überwindet nun die im Ideenwettbewerb ausgezeichnete Mikroreferenzelektrode. Dabei setzen die Forscher des NMI auf eine neue Bauform der Elektrode: statt der herkömmlich flüssigkeitsbasierten Glaselektrodenbauform entwickelten sie ein Modell auf Basis eines ionenleitfähigen Kunststoffs. Resultat ist eine Elektrode, die sich mit gängigen mikrosystemtechnischen Verfahren kostengünstig miniaturisieren lässt, und hervorragende elektrochemische Eigenschaften zeigt. Langzeitstabil, lagerfähig, sterilisierbar und biokompatibel – mit diesem Profil empfiehlt sich die neue Elektrode für ein weites Anwendungsfeld, beispielsweise in der Medizintechnik für die Überwachung von Intensivpatienten oder zur Diabetestherapie, in der chemischen Industrie und Biotechnologie oder in der Umwelt- und Lebensmittelanalytik.

„Gute Ideen und Visionen aus der Forschung sind die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg. Wir freuen uns deshalb sehr, dass in diesem Jahr wieder ein Team aus unserem Haus zu den Preisträgern im Ideenwettbewerb Science2Start gehört. Die Entwicklung der Mikroreferenzelektrode ist eine tolle Teamleistung und begeistert durch ihre pfiffige Idee und ihren konkreten Nutzen bei vielen Anwendungen. Dies zeigt einmal mehr, die besondere Anwendungsorientierung des NMI“ freute sich Dr. Alfred Stett, stellvertretender Institutsleiter, anlässlich der Preisverleihung.

Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut (NMI) der Universität Tübingen: Das NMI betreibt anwendungsorientierte Forschung an der Schnittstelle von Bio- und Materialwissenschaften. Es verfügt über breite, interdisziplinäre Kompetenzen in Geschäftsfeldern Pharma/ Biotechnologie, Biomedizintechnik und Oberflächen-/ Grenzflächentechnologie. Seit seiner Gründung im Jahr 1985 hat sich das NMI, eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts, zu einer soliden Brücke zwischen Grundlagenforschung und Wirtschaft entwickelt. Im Geschäftsbereich Pharma und Biotechnologie unterstützt das NMI die Entwicklung neuer Medikamente. In der Biomedizintechnik geht es um Zukunftstechnologien wie die Regenerative Medizin und Mikromedizin für neue diagnostische und therapeutische Ansätze.

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