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Risikobewertung für Biomaterialien leicht gemacht

Die Steinbeis 2i GmbH ist federführend am EU-Projekt PANBioRA beteiligt. Gemeinsam mit 17 Partnern soll eine Methode zur standardisierten Bewertung von Biomaterialien entwickelt werden.

Biomaterialien sind von großer Bedeutung für zahlreiche medizinische Geräte und Implantate. Die häufigsten klinisch eingesetzten Biomaterialien bestehen in der Regel aus altbekannten, gut charakterisierten, biologisch inerten Metallen, Keramiken und Polymeren. An einer angemessenen Risikobewertung für den Einsatz von Biomaterialien mangelt es bislang jedoch noch. Dies soll mit dem EU-Projekt PANBioRA geändert werden. 17 Partner aus 11 europäischen Ländern arbeiten derzeit daran, eine Methode zur standardisierten Bewertung von Biomaterialien zu entwickeln. Am Ende des Projekts soll eine modulare Plattform zur Verfügung stehen, mit der das Risiko des Materials auf verschiedenen Ebenen bewertet werden kann. Mittels "organ-on-a-chip" werden Antikörperreaktionen, Zyto- und Gentoxizität sowie systemische und lokale Auswirkungen auf Gewebe und angrenzendes Gewebe analysiert. Außerdem soll das Endprodukt durch physikalisch-chemische und biochemische Untersuchungen sowie Vorhersagemodelle auf Systemebene ergänzt werden. PANBioRA wird durch das EU-Programm Horizon 2020 mit 7,9 Mio. Euro gefördert und läuft noch bis Ende 2021. Geleitet wird es von der Steinbeis 2i GmbH.

Glossar

  • Ein Gen ist ein Teil der Erbinformation, der für die Ausprägung eines Merkmals verantwortlich ist. Es handelt sich hierbei um einen Abschnitt auf der DNA, der die genetische Information zur Synthese eines Proteins oder einer funktionellen RNA (z. B. tRNA) enthält.
  • Biochemie ist die Lehre von den chemischen Vorgängen in Lebewesen und liegt damit im Grenzbereich zwischen Chemie, Biologie und Physiologie.
  • Ein Polymer ist eine aus gleichartigen Einheiten aufgebaute kettenartige oder verzweigte chemische Verbindung. Die meisten Kunststoffe sind Polymere auf Kohlenstoffbasis.

Partner für Innovationen in Europa

Die Steinbeis 2i GmbH wurde im Jahr 2016 als Tochter des Steinbeis-Europa-Zentrums der Steinbeis Innovation gGmbH mit Standorten in Stuttgart und Karlsruhe gegründet. Sie unterstützt Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen beim Technologietransfer, der Marktzulassung und Internationalisierung. 2018 war die Steinbeis 2i GmbH federführend oder als Partner an über 60 EU-Projekten beteiligt. „Neben PANBioRA sind wir noch in vielen weiteren Projekten im Bereich Medizintechnik und Gesundheit involviert“, so Timo Doll, Projektleiter bei der Steinbeis 2i GmbH. Beispielsweise werden im Projekt Medtech4Europe regionale Förderstrategien für Medizintechnologie entwickelt, um Instrumente und Maßnahmen zugunsten von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen zu verbessern. „Mit unserem eHealth Hub bieten wir außerdem europäischen E-Health-Unternehmen hochwertige und wirtschaftsorientierte Dienstleistungen an, um sich auf dem Markt zu positionieren oder ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen“, so Doll. Steinbeis 2i kann sich dabei auf über 25-jährige Erfahrung des Steinbeis-Europa-Zentrums stützen.

Steinbeis 2i ist Partner der T4M Start-up World. Am zweiten Messetag (8. Mai) werden Timo Doll und Nihal Engin Vrana, Wissenschaftlicher Koordinator von PANBioRA, in einem Vortrag über die neuesten Entwicklungen einer personalisierten Risikobewertung von Biomaterialien sprechen.

Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/risikobewertung-fuer-biomaterialien-leicht-gemacht/