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Startschuss für die „Bio-Agenda“

BMBF und BMWi starten mit einem Expertengespräch die Erarbeitung der „Bio-Agenda“. „Von der Biologie zur Innovation“ – Unter diesem Titel diskutieren heute (29.11.2018) Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier mit namhaften Expertinnen und Experten. Gemeinsam sollen wichtige Inhalte für die sogenannte „Bio-Agenda“ erarbeitet werden.

Mit der Agenda will die Bundesregierung dazu beitragen, dass mehr biologische Ressourcen, Prinzipien und Verfahren in industriellen Prozessen und Verfahren genutzt werden. Mit der „Bio-Agenda“ werden auch globale Herausforderungen unserer Zeit – von der Ressourcenknappheit bis hin zur Bekämpfung von Volkskrankheiten – angegangen.

Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, betont: „Biologische Materialien und Verfahren sind schon präsenter als viele denken. In der Industrie und im Alltag werden sie bereits vielfältig genutzt. Etwa Plastik aus Maisstärke, das schnell abbaubar ist. Die Biologisierung der Wirtschaft steckt noch in den Kinderschuhen. Mit der „Bio-Agenda“ unterstützen wir die Erschließung des enormen Potenzials der Biologie weiter. Dazu fördern wir die Zusammenarbeit von Lebens- und Technikwissenschaften und unterstützen den Technologietransfer. Unsere Zukunft ist „Bio“. Deshalb bündeln wir Forschung und Transfer für eine nachhaltige und zukunftsfähige Wirtschaft und bringen Wissenschaft, Industrie und Zivilgesellschaft zu diesem wichtigen Thema zusammen.“

Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie hebt hervor: „Nach der Digitalisierung wird die Biologisierung der Wirtschaft den nächsten großen Wachstums- und Innovationszyklus einleiten. Sie leistet wesentliche Beiträge unter anderem zum Klimaschutz, zur Ressourceneffizienz und zur medizinischen Versorgung der Menschen. Sie wird die Wirtschaft – über alle Branchen hinweg – in ihrer gesamten Breite erfassen. Ich bin davon überzeugt, dass das Thema „Biologisierung der Wirtschaft“ ein Aufbruchs- und Modernitätsthema wird.“

Wir wissen schon viel über biologische Organismen und ihre Prinzipien. Dazu haben Durchbrüche in den Lebenswissenschaften und enorme technologische Fortschritte wie die Digitalisierung beigetragen. Das Potenzial, das in der Biologie steckt, wird derzeit in Deutschland bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Dabei haben wir exzellente Leistungen der deutschen Forschung. Spannende Chancen bietet zum Beispiel das Zusammenspiel von Lebenswissenschaften und anderen Natur- sowie den Ingenieurwissenschaften. Hier setzt die Bio-Agenda der Bundesregierung an. Die Agenda soll auf existierenden Strategien und Maßnahmen aufbauen, sie vernetzen und weiterentwickeln. Neben der Forschungsförderung spielen der Transfer in die Praxis und die Einbindung der Gesellschaft eine wichtige Rolle.

18 Expertinnen und Experten diskutieren mit den beiden Ministern im heutigen Fachgespräch den Status quo und wie die Potenziale und Herausforderungen biologischer Ressourcen, Prinzipien und Verfahren genutzt werden können. Im Sommer 2019 sollen die Eckpunkte der „Bio-Agenda“ vom Kabinett verabschiedet werden.

Glossar

  • Für den Begriff Organismus gibt es zwei Definitionen: a) Jede biologische Einheit, die fähig ist, sich zu vermehren und selbstständig, d. h. ohne fremde Hilfe, zu existieren (Mikroorganismen, Pilze, Pflanzen, Tiere einschließlich Mensch). b) Legaldefinition aus dem Gentechnikgesetz: „Jede biologische Einheit, die fähig ist, sich zu vermehren oder genetisches Material zu übertragen.“ Diese Definition erfasst auch Viren und Viroide. Folglich fallen gentechnische Arbeiten mit diesen Partikeln unter die Bestimmungen des Gentechnikgesetzes.
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung
Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/startschuss-fuer-die-bio-agenda/