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Hochschule Furtwangen beruft neuen Professor für Bioverfahrenstechnik

Zu Beginn des Wintersemesters 2012/2013 nahm Volker C. Hass seine Arbeit an der Hochschule Furtwangen auf. Er verstärkt das Team des Bachelor-Studiengangs Bio- und Prozesstechnologie. Zwei Drittel der rund 100 Erstsemester pro Jahr belegen im Hauptstudium den Studienschwerpunkt Biotechnologie, ein Drittel befasst sich intensiv mit der Verfahrens- und Prozesstechnik.

Der Experte für Bioverfahrenstechnik und Systemdynamik Prof. Dr.-Ing. Volker C. Hass hat zuletzt als Professor an der Hochschule Bremen gelehrt. Beibehalten wird er seine Lehrtätigkeiten an der Jacobs University Bremen und dem University College in London. Dies ermöglicht ihm unter anderem auch, interessierten Studenten eine Möglichkeit zur Promotion anzubieten.

"Bioraffinerie Schwarzwald" als zukunftsträchtiges Forschungsgebiet

Prof. Dr. Volker C. Hass © Kindervater/BIOPRO

Um den Studenten der Bio- und Prozesstechnik neben den üblichen Studieninhalten auch ein interessantes Forschungsobjekt zur Verfügung zu stellen, wird Professor Hass eine Forschungsbioraffinerie am Campus Villingen-Schwenningen aufbauen. Bei den Arbeiten rund um diese Pilotanlage können die Studierenden viele Arbeitsschritte in der Realität erproben, die für ihren späteren Beruf als Biotechnologe oder Verfahrenstechniker entscheidend sind. "Mit der Anlage soll zugleich wissenschaftlich fundiert aufgezeigt werden, dass eine nachhaltige, regionale und saisonale stoffliche und energetische Verwertung von überschüssiger Biomasse wirtschaftlich möglich ist", betont Prof. Hass.

In einer ganzen Reihe von Projekten sind in Deutschland bereits einige Bioraffinerie-Typen entstanden, die sich auf ganz unterschiedliche biogene Ausgangsmaterialien spezialisiert haben. Das Konzept von Professor Hass zielt darauf ab, eben nicht speziell auf eine bestimmte Biomasse wie beispielsweise Zucker, Gras oder Stroh zu setzen, sondern flexibel in Bezug auf die Ausgangsstoffe zu sein. Ebenso sollen auch die Endprodukte der Bioraffinerie ganz auf die unterschiedlichen Kundenwünsche zugeschnitten sein, je nachdem, was die lokale Industrie nachfragt.

Prozesssimulation für die Bioverfahrenstechnik und Biotechnologie

Aber nicht nur im Bereich nachhaltige industrielle Bioprozesstechnik ist Professor Hass aktiv. An der Hochschule Furtwangen wird er Forschungsarbeiten fortführen, die er bereits in Bremen begonnen hat. Bei ProTool II, einem Projekt aus dem BMBF-Programm BioKatalyse 2021, ist es das Ziel, mit Hilfe von Prozesssimulation und -automation die Entwicklungszeit bei Neueinführungen von biotechnologischen Prozessen deutlich zu reduzieren. „Die Reduktion der „Time to Market“ ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor in der biokatalytischen und der pharmazeutischen Industrie“, erklärt Professor Hass.

Einzigartig sind auch die in seiner Arbeitsgruppe mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft entwickelten Operator Trainingssysteme für biotechnische Prozesse. Ähnlich wie die Trainingssimulatoren, die in der Pilotenausbildung eingesetzt werden, ermöglichen sie es den Trainees, täuschend echte Arbeitsbedingungen zu erleben. Die Studierenden der Bio- und Prozesstechnik haben somit die einzigartige Möglichkeit, während der Übung an den Trainingssimulatoren ganze Produktionen biotechnologischer Produkte durchzuspielen, ohne dass ein Euro für echte Produktionsabläufe anfällt. Auch hiervon werden die Absolventen der Hochschule Furtwangen zukünftig sicherlich in großem Maße profitieren - und deren spätere Arbeitgeber in Industrie und Forschung ebenso.

Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/hochschule-furtwangen-beruft-neuen-professor-fuer-bioverfahrenstechnik