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Rückblick: 8. Schülersymposium in Heidelberg

Auf dem 8. Heidelberger Schülersymposium mit dem Thema „Herausforderung Energieversorgung“ präsentierten zahlreiche Schüler aus Baden-Württemberg ihre Projekte aus dem Bereich Naturwissenschaft und Technik. Mit Vorträgen zur Energiewende und zur Klimaveränderung gaben Fachleute den Schülern eine Idee über die Zukunft der Energie mit nach Hause und in den Unterricht.

Der volle Hörsaal während des 8. Schülersymposiums. © Engelbrecht

"Hier erleben wir Uni von ihrer besten Seite", mit diesen Worten begrüßte Ministerin Theresia Bauer die Schüler am Nachmittag zur zweiten Hälfte des 8. Schülersymposiums am 14. Mai 2012 in Heidelberg mit dem Thema „Herausforderung Energieversorgung“. Zuvor war die Ministerin Zeugin der zahlreichen Fragen der Schüler zu Prof. Dr. Gerd Ganteförs Vortrag „Energie, Klima und Bevölkerungsanstieg – Ein Blick in die Zukunft“ geworden. Ganteför betrachtete in seinem Vortrag zunächst die sogenannten Klimaängste der Menschen. Mit Zahlen und Fakten der letzten 30 Jahre erklärte er die Entwicklung des Klimas anschaulich an Beispielen. Und die Schüler fragten nach und stellten dabei auch das ein oder andere im Erdkundeunterricht Erlernte auf den Prüfstein. „Ich möchte euch zum Nachdenken anregen“, so Ganteför. Dies ist dem Professor für Physik der Universität Konstanz in seinem Vortrag gelungen, denn bis zum Ende wollte der Fragenstrom nicht abbrechen.

Beeindruckt von diesem interaktiven Austausch lobte die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg die anwesenden Schüler, die sich auch außerhalb des Unterrichts für Naturwissenschaft und Technik interessieren. „In einer guten Universität treffen sich Menschen mit Visionen mit Menschen, die Erfahrung haben. Wenn dieses Treffen zwischen jung und alt so gut funktioniert wie hier heute, kommt Bewegung in das Ganze“, so die Ministerin.

Lernende Ratten

Die Schülerinnen Janina Kleiber, Sabina Bähr und Lea Wazulin (v.l.) mit ihrem Versuchstier. © BIOPRO

Seit dem Vormittag befassten sich die zahlreichen Schüler mit Energie und Klima. Dr. Katrin Platzer vom Heidelberger Life Science Lab begrüßte die Schüler am Morgen und leitete durch das 8. Schülersymposium der Initiative Jugend und Wissenschaft. Den Einstand in das Thema machte Dr. Katharina Schätzler vom Karlsruher Institut für Technologie. Mit dem Vortrag „Sonne, Wind und Co.“ erklärte die Physikerin, was Energie überhaupt ist und wie man erneuerbare Energien nutzen kann. Andreas Gißler von der Heidelberger Energiegenossenschaft wendete sich direkt an die Schüler und stellte die Frage „Was können wir zur Energiewende beitragen?“.

Nicht nur mit dem Thema Energieversorgung beschäftigten sich die Experimente der Schüler auf dem „Markt der Ideen“. Im Projekt „Teamwork bei Ratten?“ untersuchten drei Schülerinnen des Mannheimer Ludwig-Frank-Gymnasiums, ob Ratten kooperatives Verhalten zeigen. Die Schüler bauten eine Rattenfuttermaschine, mit der die Ratte durch Tastendruck ihrem Artgenossen im Nachbarkäfig Futter zukommen lassen konnte. Die Ratte selber hatte davon keinen Vorteil. „Während des Experiments hat die Ratte ihr Verhalten geändert“, berichteten die Schüler. Dies belegen die ausgewerteten Daten, denn die Ratten gaben ihrem Artgenossen zunehmen mehr Futter. Die Schüler trugen ihre Ergebnisse in einem 15-minütigen Vortrag vor.

e-Bike fahren statt Kniebeugen

Teilnehmende Schüler nach der Preisverleihung © Engelbrecht

Mit dem Schülerprojekt „e-Bikes statt Auto“ präsentierten Schüler der Klasse 9e des Ottheinrich-Gymnasiums aus Wiesloch ein Projekt zum Thema Energie. Die Schüler untersuchten die Funktionsweise der Elektrofahrräder und rechneten zum Beispiel die Energie, die der Motor dem Fahrer abnimmt, in Kniebeugen pro Sekunde um. Weiterhin ließen sie ihre Lehrer die Fahrräder testen und werteten die Testergebnisse aus. Johannes Schubert vom Heidelberger Hector-Seminar stellte in seinem Vortrag „Zündhölzer – Was zeichnet gute Zündhölzer aus?“ seine Tests vor, mit denen er die Qualität von Zündhölzern geprüft hatte. Der bereits in „Jugend testet“ ausgezeichnete Testbericht zeigt, wie man spielerisch und mit viel Fleiß an ein solches Projekt herangehen kann. So baute der Schüler zum Beispiel eine abschüssige Modelleisenbahn, um zu testen, wie sich die Streichhölzer anzünden lassen.

Stefan Prinz vom Mannheimer Geschwister-Scholl-Gymnasium untersuchte die Auswirkung der Stickstoffdüngung auf Wachstum und Nitratgehalt von Salatpflanzen. Der 13-jährige Schüler stellte die Frage „Viel hilft viel!?!“ und konnte den Zusammenhang zwischen dem im Boden enthaltenen Stickstoffgehalt, dem Wachstum der Pflanzen und dem abschließenden Nitrat- bzw. Ammoniumgehalt herstellen. Der Schüler untersuchte fast ein ganzes Jahr lang das Salat-Wachstum.

Zwei weitere beeindruckende Projekte führten die Schüler des Heidelberger Life Science Lab durch. Im Projekt „Authentifizierung von Zelllinien mittels Raman-Spektroskopie“ wurde vorgestellt, wie man Zellen kostengünstiger und schneller identifizieren kann. „Eine wissenschaftlich hochkarätige Darstellung“, wie Dr. Fred Engelbrecht vom ExploHeidelberg während der Prämierung der Schülerbeiträge sagte. Schüler aus der AG Neuroscience des Life Science Lab befassten sich mit der Veränderungsblindheit. Die Schüler untersuchten, wie viele Probanden einen Tausch von Personen während eines Tests nicht bemerkten. Erstaunliche 64 Prozent der Teilnehmer der Studie hatten den Tausch nicht registriert.

Das Interesse der teilnehmenden Schüler war bemerkenswert. Für das neunte Heidelberger Schülersymposium wurden schon zahlreiche Themen vorgeschlagen, angefangen von biologischer Sensorik bis zu Robotik.

Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/aktuell/rueckblick-8-schuelersymposium-in-heidelberg