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BARK CLOTH®_Europe ist Gewinner der LAUNCH: Systems Challenge 2013

Das im südbadischen Ebringen ansässige Unternehmen BARK CLOTH®_Europe ist einer der 10 Gewinner der LAUNCH: Systems Challenge 2013. Der von der NASA, der U.S. Agency for International Development (USAID), dem U.S. State Department und dem Unternehmen NIKE weltweit ausgelobte Wettbewerb gibt in diesem Jahr Innovationen eine Plattform, die zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen. Die Jury zeichnete das Unternehmen BARK CLOTH® und seinen Biowerkstoff BARKTEX® aus, welcher aus schnell nachwachsender Baumrinde gewonnen wird.

Pumasportschuh aus BARKTEX® Material © BARK CLOTH®_Europe

BARK CLOTH®_Europe ist es gelungen, aus dem Jahrtausende alten Ur-Werkstoff Baumrindenvlies funktionelle, organische und nachhaltig erzeugte Materialien – BARKTEX® Textile und Komposite zu entwickeln. Ob dreidimensionale Verformbarkeit, Abriebfestigkeit, akustische Qualitäten, feuer- oder wasserabweisende Eigenschaften – so vielfältig wie die Veredelungsoptionen und Werkstoffkombinationen sind auch die Anwendungsbereiche. So haben BARKTEX® Faserverbundmaterialien bereits Eingang in die unterschiedlichsten Produkte wie Wand- und Bodenbeläge, Möbel, Bekleidung, Schuhe und Sportgeräte oder Handyschalen und Automobilkonsolen gefunden.

Ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig erzeugte Biowerkstoffe

Die Auszeichnung der NASA erhielt das Unternehmen aber nicht nur für den Biowerkstoff selbst, sondern auch für die gesamte Wertschöpfungskette. So zeichnete die diesjährige LAUNCH: Systems Challenge die Top 10 Material- und Prozessinnovationen weltweit aus, die das Potenzial haben, dazu beizutragen, gesamte Wirtschaftssysteme neu zu definieren. BARKTEX® Biokomposite werden mit geringem Energie- und Wasserverbrauch, einer neutralen bis teilweise sogar positiven CO2-Bilanz und einem dematerialisierten, dezentralisierten Prozess in kulturell, sozioökonomisch und ökologisch verträglichen Produktionsstrukturen hergestellt.

Vielschichtige Forschungsaktivitäten für breitere Anwendungen

In Kooperation mit wissenschaftlichen Einrichtungen, Hochschulen und der Industrie arbeitet BARK CLOTH®_Europe kontinuierlich an neuen Materialkreationen. Tests des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigten beispielsweise außergewöhnlich günstige Biegeelastizitäten und Schlagzähigkeiten von BARKTEX®. Als Partner im internationalen und interdisziplinären Wissensverbund der BASF konzentrieren sich weitere Forschungen derzeit darauf, BARKTEX® als Substitut für Leder und erdölbasierte Werkstoffe einsetzbar zu machen.

„Nach zahlreichen materialbezogenen Auszeichnungen findet mit der Auszeichnung durch die NASA nun nicht nur der Werkstoff, sondern auch unser Herstellungsprozess weltweite Beachtung. Unser Ziel ist es, weitere Kontakte zur Industrie und Wissenschaft zu knüpfen, um das Potenzial von BARKTEX® durch neue Techniken, Verfahren oder Produkteigenschaften für einen noch breiteren Markt einsetzbar zu machen, ohne die ökologisch, kulturell und sozioökonomischen Strukturen zu gefährden“, gibt BARK CLOTH® Gründer Oliver Heintz einen Ausblick. „Im Fokus steht der Einsatz in den Bereichen Holz, Textil, Leder und Kunststoff, aber auch Anwendungen im medizinischen Sektor sind denkbar.“

Innovatives Biokomposit aus nachwachsender Baumrinde

BARKTEX® Rindenstoff © BARK CLOTH®_Europe

Textilartige Vliese von Bäumen gelten als Ur-Werkstoffe mit Jahrtausende alter Geschichte. Zur Herstellung der so genannten Rindentücher (Bark Cloths) wird Baumrinde abgeschält und danach durch manuelle Bearbeitung zu einem flachen Tuch ausgetrieben. Ist die Rinde geerntet, wächst sie innerhalb eines Jahres wieder nach, ein Baum muss nicht gefällt werden.

Die Herstellung von BARKTEX® Textilen und Kompositen basiert auf BARK CLOTH®, einem Baumrindentuch, das aus der Rinde des ugandischen Feigenbaums gewonnen wird. Der Mutuba-Feigenbaum wird ausschließlich auf kleinbäuerlichen Farmen in Mischkultur angebaut. Dabei geht er nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion, sondern fördert als Tiefwurzler noch den Ertrag der anderen angebauten Feldfrüchte. Die Ernte und anschließende mechanische Bearbeitung des immer wieder nachwachsenden Naturprodukts erfolgt vollkommen handwerklich, ohne jegliche textile Hilfsmittel oder Zusatzstoffe.

Durch verschiedene Bearbeitungstechniken und Ausrüstung des Rindentuchs mit den unterschiedlichsten Funktionalitäten entsteht eine breite Palette von Textilien und Kompositen.

Über LAUNCH
Unter dem Motto „Collective Genius For a Better World“ wurde die Initiative LAUNCH 2010 von der NASA, der U.S. Agency for International Development (USAID), dem U.S. State Department und dem Unternehmen NIKE ins Leben gerufen. Ziel ist es, weltweit innovative Ideen und Entwicklungen voranzutreiben, die zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen und Lösungen zu beschleunigen, die helfen, die brennenden Fragen unserer Gesellschaft zu lösen. In Form verschiedener Wettbewerbe in den Kategorien BEYOND WASTE, HEALTH,
ENERGY, WATER und SYSTEMS sucht LAUNCH Visionäre, deren Ideen, Technologien oder Konzepte eine spürbare Verbesserung unserer Welt versprechen. Launch gibt ihnen eine Plattform, schafft Öffentlichkeit und völlig neue Netzwerke, um die schwierigsten Nachhaltigkeitsfragen unserer Gesellschaft zu lösen.

Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/pm/bark-cloth-europe-ist-gewinner-der-launch-systems-challenge-2013