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Die Nadel im Heuhaufen

Für eine künftige Koexistenz von ökologischer und konventioneller Landwirtschaft (mit und ohne Gentechnik) in Europa müssen neben geeigneten Konzepten des Risikomanagements etablierte und standardisierte Verfahren zur Überwachung zur Verfügung stehen. Der VDI hat nun im Januar eine neue Richtlinie herausgegeben zum Monitoring der Wirkungen von gentechnisch veränderten Organismen, das helfen soll, Vegetationsveränderungen zu erfassen.

Vegetationsaufnahmen ermöglichen ein Monitoring der direkten und indirekten Wirkungen des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen. (Foto: Norbert Lehmann / www.biosicherheit.de)

Im Januar ist die neue Richtlinie VDI 4330 Blatt 9 erschienen. Sie beschreibt, wie eine standardisierte Vegetationsaufnahme vorgenommen werden kann und ermöglicht die Anwendung dieser Methode der Vegetationskunde auch für ein Monitoring der direkten und indirekten Wirkungen des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen (GVP).

Vegetationsaufnahmen erfassen die pflanzliche Vielfalt auf einer bestimmten Fläche. Es handelt sich dabei um eine grundlegende Methode, Daten zu erheben, auf deren Grundlage der Erhaltungszustand pflanzlicher Lebensgemeinschaften beurteilt werden kann. Bei Vegetationsaufnahmen werden das Inventar (floristische Ausstattung) und die Deckung (Quantität) der Farn- und Blütenpflanzen auf einer vorgegebenen Fläche bestimmt. Eine wiederholte standardisierte Aufnahme derselben Untersuchungsfläche ermöglicht es, kleinste Veränderungen der Vegetation festzustellen, die unter anderem durch direkte oder indirekte Wirkungen von GVP im Freiland verursacht sein können.

Die Zusammensetzung der Vegetation wird neben möglichen Einflüssen von GVP aber auch stark durch das Klima, edaphische (edaphisch: den Boden betreffend) Faktoren und das Nutzungsregime bestimmt.

Mit der Standardisierung der Vorgehensweise soll eine hohe Reproduzierbarkeit der Ergebnisse erreicht und die Vergleichbarkeit der erhobenen Daten gewährleistet werden.

Die VDI 4330 Blatt 9 ist dabei nicht nur eine detaillierte Anleitung zur Durchführung einer Vegetationsaufnahme, sondern liefert auch Hinweise zur Auswertung und Qualitätssicherung. Herausgeber der Richtlinie VDI 4330 Blatt 9 ist das VDI-Kompetenzfeld Biotechnologie. Die Richtlinie ist zum Preis von 61,50 € beim Beuth Verlag in Berlin (Tel. +49 30 2601-2260) erhältlich.

Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/pm/die-nadel-im-heuhaufen