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Die Abenteuer von Alex und Bioman

Freiburger Forschende klären mit einem Comic über Bioökonomie auf

Manche Konzepte sind so komplex, dass sie am besten mit einfachen Mitteln zu erklären sind. Die Bioökonomie ist einer dieser Entwürfe: Sie beschreibt die Transformation von einer erdölbasierten Marktwirtschaft hin zu einem ökonomischen Rahmen, in dem fossile Ressourcen durch verschiedene nachwachsende Rohstoffe ersetzt werden. Dr. Alex Giurca und Dr. Markus Herbener von der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Universität Freiburg wollen mit ihrem Comic „Die Abenteuer von Alex & Bioman“ Leserinnen und Leser über Bioökonomie und ihre komplexen Zusammenhänge aufklären. Mit ihrem Projekt haben sie den Hochschulwettbewerb des Wissenschaftsjahrs 2020, das im Zeichen der Bioökonomie steht, gewonnen und erhalten eine Fördersumme von 10.000 Euro.

Im Vordergrund des Comics steht der Försterdackel Alex, der im Schwarzwald lebt. Zusammen mit dem Superhelden Bioman, einem Sägewerkbetreiber, einer Brennholzproduzentin und einem Papierfabrikbesitzer will er den Öl-Magnat und Bösewicht Petrolius besiegen und die Energiekrise der Welt lösen. Bioman – halb Mensch, halb Maschine – ist mit einer High-Tech-Bio-Raffinerie ausgestattet: Nach dem Konzept der Bioökonomie kann er die Menschheit mit Nahrungsmitteln, Energie und Industrieprodukten versorgen, die er aus nachwachsenden Rohstoffen, Bioabfällen sowie Reststoffen herstellt.

Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler konzentrieren sich bei der Bioökonomie auf technische Prozesse. Ihre Kolleginnen und Kollegen aus den Sozialwissenschaften versuchen hingegen, Diskurse und Machtkämpfe zwischen Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft, Politik und Industrie zu verstehen. Mit ihrem Projekt wollen Giurca und Herbener das schwer erklärbare Konzept pädagogisch vermitteln. „Indem wir den Begriff und seine Dimensionen durch kreatives Storytelling einfach veranschaulichen, wollen wir den Dialog zwischen Studierenden, Jugendlichen und jung gebliebenen Erwachsenen fördern“, sagt Giurca. „Den Comic möchten wir dadurch als kreatives und humoristisches Wissenschaftsformat etablieren“, ergänzt Herbener.

Am 13. März 2020 veröffentlicht das Team die ersten Seiten des Comics im Internet. In den kommenden Wochen soll jeden Freitag eine weitere Seite erscheinen. Interessierte können das gesamte Comicbuch bis Ende November 2020 in digitaler Form kostenlos sammeln. Zudem haben die Freiburger Forscher wissenschaftliche Vorträge zur Bioökonomie und Humor in der Wissenschaft, einen Workshop zur Anwendung von Comics und strategischer Visualisierung in der Wissenschaftskommunikation sowie eine Ausstellung zur Geschichte des Comics vorgesehen. Dafür nutzen sie die Expertise, die an der Fakultät für Umwelt und Natürliche Ressourcen gebündelt ist: Alex Giurca hat an der Professur für Forst- und Umweltpolitik zu Bioökonomie promoviert, Markus Herbener doziert an der Professur für Wald- und Forstgeschichte unter anderem zu Ressourcen- und Umweltgeschichte sowie zu Umweltwahrnehmung und –bildung. Die Universität Freiburg beteiligt sich am Forschungsprogramm „Bioökonomie Baden-Württemberg“, das 2013 vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg beschlossen wurde.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung richtet zusammen mit der Initiative „Wissenschaft im Dialog“ jährlich das Wissenschaftsjahr aus. Beim Hochschulwettbewerb können Studierende, Promovierende und junge Forschende aller Fachbereiche Beiträge zum Thema entwickeln, mit denen sie ihre Forschung auf interaktive Art verständlich machen.

Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/pm/freiburger-forschende-klaeren-mit-einem-comic-ueber-biooekonomie-auf