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Hezinger Algaetec - Biodiesel soll bald günstiger werden

Der Kornwestheimer Anlagenexporteur Hezinger GmbH will künftig weltweit als Lieferant für Photobioreaktoren zur Algenzucht auftreten, um – alternativ zur Verwendung von Weizen, Raps und Mais – die Gewinnung von Biokraftstoff aus dem Pflanzenöl der Algen voranzutreiben. In Zusammenarbeit mit renommierten Partnern wurde eine verfahrenstechnisch optimierte Reaktoranlage zur Massenzucht von Algen entwickelt, die die Kosten der Herstellung von Biodiesel erheblich reduzieren wird. Das Ende letzten Jahres gegründete Unternehmen Hezinger Algaetec GmbH soll das neue System im kommenden Herbst auf den Markt bringen.

Anlagenexport, Motorsport-Marketing und jetzt erneuerbare Energien – für den Unternehmergeist von Steffen Hezinger, Geschäftsführer der Hezinger GmbH Anlagenexport aus Kornwestheim bei Stuttgart, scheint es keine Grenzen zu geben. Für sein neuestes Projekt, bei dem sich alles um die Algenzucht zur Biodieselherstellung dreht, gilt die Devise „Produktion von Biomasse nicht im Labormaßstab, sondern im großen Stil“.

„Unser Ziel ist es, die industrielle Zucht von Mikroalgen wesentlich günstiger zu gestalten, als das bisher möglich ist“, sagt Steffen Hezinger. Zwar könne man Algen mit derzeitigen Systemen wie Röhren- oder Flachplattenreaktoren züchten, allerdings noch nicht in den wirtschaftlich rentablen Mengen, wie man sie für die Biodieselherstellung benötigt. „Wenn ich 40 Fußballfelder mit Reaktoren voll stellen muss, ist so ein System einfach nicht effektiv zu betreiben, Wirtschaftlichkeit ist aber das A und O, wenn ich am Markt für Biodiesel langfristig Erfolg haben will.“

Hezinger Algaetec GmbH setzt auf Massenzucht von Algen

Auf der Suche nach einer effizienten Lösung setzt der Diplom-Kaufmann deshalb auf geballte Kompetenz in den Bereichen Anlagenbau, Design und Lichttechnik. Dafür holte er sich international renommierte und weltmarktführende Partner in den Bereichen Algenbiologie und Anlagenplanung mit ins Boot. Schützenhilfe in Sachen Marktforschung fand er bei der BioRegio STERN Management GmbH. Das Resultat der branchenübergreifenden Zusammenarbeit ist ein Photobioreaktor, mit dem sich Produktionsflächen nicht nur horizontal, sondern auch vertikal nutzen lassen. Der Kerngedanke ist, das Licht ins System und an die Alge zu bringen – statt umgekehrt.
Erneuerbare Energie aus Kornwestheim © Hezinger Algaetec GmbH

Die Idee sei zwar nicht wirklich neu, so Steffen Hezinger, entscheidend sei aber die verfahrenstechnische Optimierung. „Der Schlüsselfaktor ist die innovative Lichttechnik, die es möglich macht, einen Reaktor von sechs Metern Höhe und 30 Metern Innendurchmesser nahezu ohne Fremdenergie zu betreiben.“
Noch kann die Hezinger Algaetec GmbH zwar nicht mit genauen Zahlen aufwarten – doch der Prototypentest unter Serienbedingungen ist erfolgreich angelaufen; aussagefähige Ergebnisse sind ab Mitte des Jahres zu erwarten. Dann wird sich entscheiden, wie es mit dem Unternehmen Hezinger Algaetec weitergeht: Sowohl das Einwerben von Fremdkapital als auch eine strategische Kooperation seien denkbar, so Steffen Hezinger. Langfristig strebt er an, ganze Reaktorsysteme anzubieten, die von der Algenzucht über die Verwertung der Algenbiomasse bis hin zum fertigen Biodiesel alles abdecken. Über Kooperationen mit Unternehmen, die entsprechende Peripheriesysteme anbieten, wird in Kornwestheim bereits nachgedacht.

Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/pm/hezinger-algaetec-biodiesel-soll-bald-guenstiger-werden