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Neues Förderprogramm für Bioenergie in Baden-Württemberg

Der Staatssekretär im baden-württembergischen Wirtschaftsministerium, Richard Drautz, eröffnete am 19.10.2009 in Stuttgart die Tagung „Wege zum Bioenergiedorf: Kommunale Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien und Kraft-Wärme-Kopplung“. Dabei wurde auch die finanzielle Unterstützung durch ein neues Förderprogramm für Bioenergiedörfer vorgestellt.

Ein Bioenergiedorf kann sich weitgehend autark aus eigenen Quellen mit Energie versorgen © Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg

Auch zuvor wurden Bioenergiedörfer durch das Land gefördert. Bislang war dabei das „besonders innovative Konzept“ Fördervoraussetzung. Zukünftig können Bioenergiedörfer grundsätzlich gefördert werden: förderfähig sind Vorhaben, bei denen die Wärmeversorgung von Gemeinden, Städten sowie Orts- oder Stadtteilen überwiegend durch den Einsatz von Bioenergie - auch in Kombination mit anderen erneuerbaren Energien - gedeckt wird. Es wird also jetzt bewusst ein sehr breiter Ansatz gewählt, der sowohl hinsichtlich kommunaler Grenzen als auch hinsichtlich der einzusetzenden erneuerbaren Energien sehr offen gestaltet ist.

Beim Verfahren wird das bewährte Modell des Bioenergiewettbewerbs übernommen. Die vorhandenen Mittel werden im Rahmen eines Wettbewerbs ausgeschrieben, um den sich Projektträger mit ihren Vorhaben bewerben können. Alle drei Monate werden die bis zum jeweiligen Stichtag eingegangenen Anträge bewertet, unterstützt durch einen Beirat mit Vertretern der Verbände, der Verwaltung und der Wissenschaft. Die Antragsfrist für den ersten Förderdurchgang endet am 31. Oktober.

Das Bioenergiedorf Jühnde ist Vorbild

Das kleine Dorf Jühnde in Niedersachsen hatte es vorgemacht: ein Dorf kann sich weitgehend autark aus eigenen Quellen mit Energie versorgen. Und weil der größte Teil der Energie aus Biomasse erzeugt wird, wurde dafür der Begriff Bioenergiedorf geprägt. Längst brauchen die Gemeinden in Baden-Württemberg nicht mehr nach Niedersachsen fahren, um sich ein Bioenergiedorf aus der Nähe anzuschauen. Die Idee ist auch hier im Land auf fruchtbaren Boden gefallen. Der erste Ort in Baden-Württemberg, der sich über die Nutzung von Bioenergie weitgehend autark mit Energie versorgt, ist Mauenheim (ein Ortsteil von Immendingen, Kreis Tuttlingen, mit ca. 400 Einwohnern). Das Bioenergiedorf Mauenheim entfaltete eine große Vorbildwirkung. In der Folge wurden in einer Reihe von Kommunen entsprechende Überlegungen angestellt.

Informationen zur Förderrichtlinie Bioenergiedörfer

  • Gefördert werden Kommunen, Unternehmen, Landwirte und Bürgerunternehmen
  • Zuschuss bis zu 20 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, maximal 100.000 Euro je Einzelmaßnahme
  • Kumulierung mit Bundesprogrammen ist möglich
  • Gefördert wird eine zentrale Wärmeversorgung in Kommunen und Ortsteilen durch den Einsatz erneuerbarer Energien, bevorzugt aus Kraft-Wärme-Kopplung
  • Auswahlkriterien sind der Ersatz fossiler Energieträger, die Energie- und Ressourceneffizienz, die Kosteneffizienz, die Qualität der Planung und die Vorbildfunktion
  • Antragsstellung erfolgt auf vorgeschriebenem Formblatt, das unter info(at)bioenergiedorf-bw.de angefordert werden kann
Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/pm/neues-foerderprogramm-fuer-bioenergie-in-baden-wuerttemberg