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Schutz vor gentechnisch verunreinigtem Saatgut

Der Bundesrat möchte Landwirte, die konventionelles Saatgut ohne Wissen um eine gentechnische Verunreinigung verwenden, besser vor den daraus entstehenden Schäden und prozessualen Risiken schützen. Aus diesem Grund fordern die Länder mit einer am 18. März gefassten Entschließung die Bundesregierung nachdrücklich auf, im Zuge der anstehenden Novelle des Gentechnikgesetzes eine Präzisierung der entsprechenden Normen zu prüfen.

© Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Die Landwirtschaft müsse auf einwandfreies Saatgut vertrauen und im Schadensfall einfach und zuverlässig Ersatz erlangen können, da sie am wenigsten die Möglichkeit hätte, das Risiko zu beherrschen. Deshalb sei im geltenden Recht unmissverständlich klarzustellen, dass für die Reinheit von Saatgut einzustehen hat, wer es einführt oder sonst erstmals in den Verkehr bringt. Dies teilte der Bundesrat in einer Presseerklärung am 18. März 2011 mit.

Der Antrag des Freistaates Bayern vom 1. Februar 2011 wurde in der Plenarsitzung am 18. März 2011 angenommen. Der federführende Ausschuss für Agrarpolitik und Verbraucherschutz (AV) und der Wirtschaftsausschuss (Wi) hatten dem Bundesrat empfohlen, die Entschließung zu fassen.


Entschließung des Bundesrates zur Änderung des Gentechnikgesetzes
 
 
1. Im Frühjahr 2010 erfolgte eine Auslieferung einer Partie von Maissaatgut, das mit in der EU nicht zum Anbau zugelassenen gentechnisch veränderten Organismen (GVO) verunreinigt war. Da solches Saatgut auf Grund des Besatzes mit GVO nicht verwendet werden darf, treffen die Konsequenzen zunächst den Landwirt, der aber am wenigsten die Möglichkeit hat, dieses Risiko zu beherrschen.

2. Landwirte und Verbraucher müssen die eindeutige Wahl zwischen gentechnisch veränderten und gentechnikfreien Produkten haben. Es muss gewährleistet sein, dass in der EU gentechnisch veränderte Organismen nur in dem zugelassenen Bereich Verwendung finden.

3. Landwirte, die konventionelles Saatgut ohne Wissen um eine gentechnische
Verunreinigung verwenden, müssen vor entstehenden Schäden und den daraus folgenden prozessualen Risiken geschützt werden. Die Landwirtschaft muss auf einwandfreies Saatgut vertrauen und im Schadensfall einfach und zuverlässig Ersatz erlangen können. Es muss deshalb im Gentechnikgesetz unmissverständlich klargestellt werden, dass für die Reinheit von Saatgut einzustehen hat, wer es einführt oder sonst erstmals in Verkehr bringt.

4. Der Bundesrat fordert daher die Bundesregierung nachdrücklich auf, im Zuge der anstehenden Novelle des Gentechnikgesetzes eine Präzisierung des geltenden Rechts zu prüfen. Wer konventionelles Saatgut einführt oder sonst erstmals in Verkehr bringt, muss die Gewähr dafür übernehmen, dass dieses Saatgut ohne Verstoß gegen das Gentechnikgesetz angebaut werden kann.

Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/fachbeitrag/pm/schutz-vor-gentechnisch-verunreinigtem-saatgut