zum Inhalt springen
Powered by

Landesstrategie Baden-Württemberg „Nachhaltige Bioökonomie“

Die Landesregierung Baden-Württemberg hat im Koalitionsvertrag die Erarbeitung einer Landesstrategie "Nachhaltige Bioökonomie" verankert. Basis für die Erarbeitung war ein Beteiligungsprozess, für den die BIOPRO Baden-Württemberg die Projektleitung übernommen hatte.

Die BIOPRO Baden-Württemberg, zentraler Ansprechpartner für die Bioökonomie in Baden-Württemberg, wurde von den Ministerien für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft (UM) und für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) gefördert, um in offenen Beteiligungsprozessen in zwei ressortspezifischen Teilsträngen Empfehlungen für eine Landesstrategie „Nachhaltige Bioökonomie“ zu entwickeln.

Die Forschungsstrategie „Bioökonomie im System aufstellen“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) sowie die Ergebnisse aus dem Bioökonomie-Forschungsprogramm wurden im Rahmen der Erstellung der Landesstrategie berücksichtigt.

Bioökonomie-Definition

In den Strategieprozessen wird folgende Bioökonomie-Definition zugrunde gelegt: Unter Bioökonomie definiert die Landesregierung die wissensbasierte Erzeugung und Nutzung biologischer Ressourcen, Prozesse und Prinzipien, mit deren Hilfe Produkte und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren im Rahmen eines zukunftsfähigen Wirtschafts- und Gesellschaftssystems bereitgestellt werden.
(in Anlehnung an das Verständnis des Bioökonomierats von 2016)

Ziel der Beteiligungsprozesse

In 2018 fanden Arbeitskreistreffen (Themen siehe Übersichtsgrafik) mit den Stakeholdern einer Bioökonomie statt, um Handlungsempfehlungen für die Entwicklung einer nachhaltigen Bioökonomie in Baden-Württemberg zu formulieren. Erarbeitet wurden konkrete Hinweise, welche Themen im Land unter Berücksichtigung der bestehenden Wirtschafts- und Industriestruktur zentral sind – dies auf Basis der Voraussetzungen in Baden-Württemberg und des Potenzials. Daraus wurden strategische Ansätze in Form von Handlungsempfehlungen für einleitende und unterstützende Maßnahmen für die Transformation hin zu einer nachhaltigen Bioökonomie abgeleitet.

Teilstrang „Plan B“ – Nachhaltige Bioökonomie in urbanen und industriellen Räumen

Im Fokus des Strategieprozesses „Plan B – Nachhaltige Bioökonomie in urbanen und industriellen Räumen“ unter der Federführung des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (UM) standen die Nutzung biologischer Ressourcen als Output von urbanen und industriellen Prozessen als Rohstoffquelle sowie biologischer Prozesse und Prinzipien. Der Bioökonomiebegriff wird hier über die Biomassenutzung hinaus in Anlehnung der Empfehlung des Bioökonomierates der Bundesregierung von 2016 weiter gefasst. Auch bioinspirierte Anwendungen wie die Biotechnologie und weitere Technologien und Prozesse (z.B. Bionik) sowie die Schließung von Stoffkreisläufen sind im Strang des UM berücksichtigt worden.

Hierzu wurden vier Arbeitskreise (AK) eingerichtet. 2018 fanden je Arbeitskreis fünf Sitzungen statt.

Teilstrang „BioWerZ“ – Nachhaltige Bioökonomie für die ländlichen Räume

Unter der Federführung des Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) wurde in einem Dialogprozess der Teilstrang „BioWerZ“ (Bioökonomie – Wertschöpfung mit Zukunft) mit Fokus auf die ländlichen Räume entwickelt. Das MLR versteht unter der Bioökonomie jede Wertschöpfung mit Bezug zu und auf Basis von Biomasse (biogenem Kohlenstoff).

Im Fokus des Dialogprozesses „BioWerZ“ für die ländlichen Räume des Landwirtschaftsministeriums standen dabei die effiziente und umweltgerechte Erzeugung von Rohstoffen aus Land-/Forst- und Fischereiwirtschaft und deren hochwertige Nutzung für traditionelle und innovative Produkte. Nebenströme und Reststoffe aus der Biomasseerzeugung und -verarbeitung im Sinne einer Koppel- und Kaskadennutzung sind explizit miteinbezogen worden.

Hierzu wurden ebenfalls vier Arbeitskreise eingerichtet.

Übersichtsgrafik

Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/bw/beteiligungsprozess-nachhaltige-biooekonomie