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EU-Projekt „CirculAlps“ mit Beteiligung der BIOPRO gestartet

Die Forstindustrie leistet schon heute einen wichtigen Beitrag zur Bioökonomie. Diesen Beitrag auszubauen und zu diversifizieren sowie vermehrt die Kreislaufwirtschaft einzuführen, steht im Mittelpunkt des Projekts „CirculAlps“. Hierfür arbeitet die BIOPRO Baden-Württemberg GmbH mit 4 Partnern aus Österreich, Slowenien und Italien zusammen. Gefördert wird das im Januar 2018 gestartete Projekt im Rahmen der EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP) mittels des „Alpine Region Preparatory Action Funds“ (ARPAF).

Die jüngste der insgesamt vier makroregionalen Strategien*, die EU-Strategie für den Alpenraum, startete mit ihrer Auftaktkonferenz im Januar 2016. Der Alpenraum ist eine der wirtschaftlich produktivsten Regionen Europas und beheimatet ca. 70 Millionen Einwohner. Zukünftig steht diese vielfältige Region vor großen Herausforderungen, wie Globalisierung, demografischer Wandel, Klimawandel und Energiesicherheit. Außerdem zeichnet sie sich durch eine weitere Besonderheit aus, ihre europaweit einzigartige Stellung als Transit- und Urlaubsregion mit jährlich mehreren Millionen Gästen. Diese anspruchsvollen Anforderungen an den Alpenraum sollen mit der Alpenraum-Strategie durch neue und verstärkte Kooperationen zwischen Regionen und Ländern beantwortet werden. Ziel ist es vor allem, einen Mehrwert durch neue Beziehungen zwischen Metropolregionen, ländlichen Regionen und Gebirgsregionen zu generieren. Drei Themenschwerpunkte wurden identifiziert: Wettbewerbsfähigkeit und Innovation, umweltfreundliche Mobilität und Nachhaltiges Management kultureller, natürlicher und energetischer Ressourcen[1]. Die Strategie setzt somit hohe Prioritäten in den Bereichen Nachhaltigkeit sowie ökonomisches und soziales Wohlergehen.

Um die EU-Strategie für den Alpenraum zu unterstützen, hat das Europäische Parlament 2 Millionen Euro für vorbereitende Maßnahmen zur Verfügung gestellt (ARPAF). Diese Förderung soll die Umsetzung der Strategie in den Bereichen Umwelt und Verkehr unterstützen. Gefördert werden insgesamt 5 Projekte zu den Themen demografischer Wandel, umweltfreundliche Mobilität sowie Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft. Zu den beiden letztgenannten gehört das von der BIOPRO Baden-Württemberg GmbH unterstützte Projekt „CirculAlps“.

Glossar

  • Transformation ist die natürliche Fähigkeit mancher Bakterienarten, freie DNA aus der Umgebung durch ihre Zellwand hindurch aufzunehmen. In der Gentechnik wird die Transformation häufig dazu benutzt, um rekombinante Plasmide, z. B. in E. coli, einzuschleusen. Hierbei handelt es sich um eine modifizierte Form der natürlichen Transformation.
  • Fossile sind aus der erdgeschichtlichen Vergangenheit stammende Überreste von Tieren oder Pflanzen.

Holz als Eckpfeiler der Bioökonomie

Um eine Transformation der Wirtschaft von fossilen zu biobasierten Rohstoffen herbeizuführen, stehen der Industrie eine Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung. Die biobasierten Rohstoffe sind regional und national in unterschiedlichen Mengen vorhanden und entwickelt. Ressourcen für eine Bioökonomie in Baden-Württemberg sind vor allem Rohstoffe aus der Abfallwirtschaft, Landwirtschaft und Forstwirtschaft. Allein 38 % Baden-Württembergs sind mit Wald bedeckt und bieten somit ein großes Potenzial als Rohstofflieferant für die Bioökonomie. Der Rohstoff Holz kann entweder direkt im Baugewerbe oder indirekt durch Verwertung und Transformation von Rest- und Nebenströmen der verarbeitenden Industrie eingesetzt werden.

© pixabay.de / CC-Lizenz

Um die Forstindustrie im Alpenraum** hinsichtlich Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft zu stärken, setzt das Projekt „CirculAlps“ auf transnationale Kooperation. 5 Partner aus Slowenien, Österreich, Italien und Baden-Württemberg arbeiten gemeinsam daran, regionale und schwer zugängliche Forstsysteme zu analysieren und zu bewerten. Die Analysen zielen darauf ab, inwieweit Kreislaufwirtschaft und Bioökonomie hier einen Mehrwert für die regionale Entwicklung leisten können. Die BIOPRO Baden-Württemberg GmbH wird vor allem ihre langjährige Erfahrung mit Wertschöpfung in Bezug auf innovative biobasierte Produkte in das Projekt einbringen. Nachfolgend werden politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen evaluiert und Empfehlungen gegeben, wie Innovationen in diesen Gebieten unterstützt werden können. Der gesamte Prozess wird durch Beteiligungsworkshops mit Akteuren vor Ort diskutiert, um ein breites Verständnis und eine hohe Durchdringung bei allen marktrelevanten Teilnehmern zu erreichen.

Langfristiges Ziel ist es, den sozioökonomischen Status der Bevölkerung in ländlichen und abgelegenen Gebieten des Alpenraums zu verbessern. Die Forstwirtschaft soll für den heutigen Markt und die zukünftigen Anforderungen einer Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft wettbewerbsfähig bleiben, indem innovative biobasierte Produkte auf Holzbasis entwickelt werden. Das Projekt „CirculAlps“ wird über einen Zeitraum von 24 Monaten mit rund 300.000 Euro mit Mitteln der Europäischen Union gefördert.

Hintergrundinformationen

* Mit den vier makroregionalen Strategien der Europäischen Union werden staatenübergreifende geografische Besonderheiten berücksichtigt (Ostsee, Donau, Adria und das Ionische Meer, Alpen). Sie sind Politikinstrumente für wirtschaftliche, soziale und territoriale Kohäsion, indem Europäische Regionen auch mit Drittländern in übergeordneten Kooperationsräumen zusammgefasst werden.
http://ec.europa.eu/regional_policy/de/policy/cooperation/macro-regional-strategies/

** Die Alpenraum-Strategie umfasst sieben Länder und 48 Regionen, darunter auch Baden-Württemberg.
https://www.alpine-region.eu/7-countries-and-48-regions

Quelle:

[1] http://ec.europa.eu/regional_policy/de/policy/cooperation/macro-regional-strategies/alpine/

Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/eu-projekt-circulalps-mit-beteiligung-der-biopro-gestartet/