Powered by

Hannover Messe: Biogas-Mobilität der BIOPRO kommt an

Ein praxisnahes Thema, ein Tisch, darauf ein selbst gebautes Modell und daneben eine Infopaneele. Die BIOPRO Baden-Württemberg hat gezeigt, dass man auf einer Megamesse wie der "Hannover Messe" auch mit einfachen Mitteln Interesse wecken und internationale Kontakte über Europa hinaus knüpfen kann.

Menschenmassen, große, auf Hochglanz polierte Exponate, beeindruckende Messestände – auf der Hannover Messe wurde auch dieses Jahr wieder geklotzt. Die alljährliche Industrieschau auf dem größten Messegelände der Welt lockte 70.000 Besucher an. Sie informierten sich unter anderem über Automatisierung, Energie, Industrie 4.0, Maschinenbau und Elektromobilität. Der Gegenentwurf zum allgemeinen Gigantismus war der knapp vier Quadratmeter große Stand der BIOPRO Baden-Württemberg. 

Glossar

  • Fossile sind aus der erdgeschichtlichen Vergangenheit stammende Überreste von Tieren oder Pflanzen.
  • Biogas ist ein brennbares Gasgemisch, das bei der Zersetzung von Biomasse (Fäkalien, Bioabfall, Stroh u. a.) entsteht. Dabei wird das komplexe organische Material mit Hilfe verschiedener Mikroorganismen unter Luftabschluss hauptsächlich in Kohlendioxid und Methangas umgewandelt.
  • Ein Stoff aus der Gruppe der Kohlenwasserstoffe und somit eine chemische Verbindung. Es ist geruchslos, farblos und brennbar. In der Industrie wird es oft als Heizgas verwendet.

Mobilität mit Biogas

BIOPRO-Geschäftsführer Prof. Dr. Ralf Kindervater (li) mit Finanz- und Wirtschaftsminister Dr. Nils Schmid (Mitte) und bw-i-Geschäftsführer Jürgen Oswald © KD Busch

In Halle 27 der Hannover Messe gastierte die Themenmesse "MobiliTec". Bei ihr drehte sich alles um das Thema Mobilität. Im Mittelpunkt stand die Elektromobilität mit allen technischen Aspekten, wie zum Beispiel Batteriespeicher, Motoren, Leistungselektronik, Ladesäulen. Aber auch Technologien zu anderen Energieträgern, wie zum Beispiel Wasserstoff, wurden vorgestellt. Prominente Gäste aus der Politik waren der Minister für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg, Dr. Nils Schmid, sowie Cem Özdemir von den Grünen.

Auf dem über 600 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand der Landesgesellschaft Baden-Württemberg International (bw-i) war auch die BIOPRO vertreten. Die geringe Standfläche genügte, um Messebesucher auf ein Projekt aufmerksam zu machen, das die BIOPRO momentan im Feldversuch umsetzt: biobasierte Mobilität mit Bio-Methan-Zertifikat. Das Thema weckte viel Interesse, denn das Projekt zeigt, dass bereits heute mit bestehender Technologie und Infrastruktur Mobilitätskonzepte umgesetzt werden können, die im Fahrbetrieb kein fossiles CO2 freisetzen. Die häufigste Frage, die in der Messe-Woche gestellt wurde, war: "Gibt es das schon?" Sie konnte stets mit "Ja" beantwortet werden.

Mit Modellbau Thema ansprechend vermittelt

Eine indische Delegation zeigt Interesse an der Biogas-Mobilität. © Kindervater/BIOPRO

Blickfang am BIOPRO-Stand war ein selbst gebautes Modell aus Modellbahnzubehör. Eine Tankstelle, Gasleitungen, Biogasanlagen, einige Radlader und Erdgasautos machten das Konzept des Projekts und die Zusammenhänge zwischen Energieträger, Infrastruktur und Mobilität deutlich. Biogas aus einer Biogasanlage wird in einer Gaswäsche zu Bioerdgas aufbereitet, in das Gasnetz übertragen und zu einer Gastankstelle transportiert. Dort wird das Bioerdgas auf 200 bar komprimiert und kann dann mit handelsüblichen Erdgasfahrzeugen getankt werden. Chemisch und physikalisch sind Erdgas und Bioerdgas identisch.

Im Praxisprojekt der BIOPRO wird aktuell ein Erdgasfahrzeug mit einem ähnlich motorisierten Dieselfahrzeug hinsichtlich Kosten, Verbrauch und fossilen CO2-Emissionen verglichen. Das Erdgasfahrzeug der BIOPRO wird zwar mit fossilem Erdgas betankt, der Projektpartner EnBW trägt jedoch die entsprechende Gasmenge als Biomethan ins Erdgasnetz ein. Damit fährt das BIOPRO-Fahrzeug hinsichtlich der Massebilanz mit Bioerdgas. Für den Biogasbetrieb erwirbt die BIOPRO Biogaszertifikate, die den Biogaseintrag in das Erdgasnetz dokumentieren.

Nach gut 6.600 Kilometern zeigt sich bereits, dass dieses Modell hinsichtlich der Kosten konkurrenzfähig ist. Der CO2-Fußabdruck der BIOPRO reduziert sich erheblich, weil kein fossiles CO2 in die Atmosphäre eingetragen wird.

Beispiel für Bioökonomie in der Praxis

BIOPRO-Geschäftsführer Prof. Dr. Ralf Kindervater erklärt am Modell Vertretern eines norwegischen Unternehmens das Konzept der Biogas-Mobilität. © KD Busch

Zum Konzept der "biobasierten Mobilität mit Bio-Methan-Zertifikaten" gab es mehrere Anfragen aus dem In- und Ausland. Da alle Technologien, von der Gaserzeugung, -aufbereitung und -verteilung bis zur Nutzung in der Mobilität, komplett verfügbar sind, lässt sich dieses Beispiel in der Praxis schnell realisieren. Es lässt sich auf Nutzerkreise wie beispielsweise Unternehmen oder Behörden anwenden, aber auch auf regionale Merkmale ausrichten. Bioökonomie ist also machbar.

Für die BIOPRO war der kleine Auftritt auf der MobiliTec im Rahmen der Hannover Messe ein großer Erfolg.

Seiten-Adresse: https://www.biooekonomie-bw.de/de/fachbeitrag/pm/hannover-messe-biogas-mobilitaet-der-biopro-kommt-an/